Zwei, drei Handvoll CDU-Politiker haben die Führung der Christdemokraten in helle Aufregung versetzt. Sie verstehen sich als konservativ und wirtschaftsliberal. Sie haben so einiges zu kritisieren am Kurs der Parteivorsitzenden Angela Merkel. Und jetzt wollen sie ihren Gesprächskreis etwas offizieller gestalten, mit einer eigenen Internetseite zum Beispiel.
Spaltung der Partei, schreien die CDU-Oberen. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hat pikiert angemerkt, Verbesserungsvorschläge könnten in den bestehenden CDU-Gremien gemacht werden.
Welch bemerkenswerte Panik, welch grotesker Formalismus. Ob die Kritiker nun Querdenker sind oder Querulanten, ob sie nur Überschriften liefern oder auch tiefere Gedanken – die CDU kann froh sein, wenn es Leute gibt, die Debatten über die programmatische Ausrichtung der Partei spannend finden. Wenn sie es ohne Substanz tun, wird sich die Sache bald erledigen, Organisationsgrad und Internetpräsenz sind dann nicht entscheidend.
Aber erst einmal muss es diese Debatten geben können, ohne dass gleich die Spaltung der CDU heraufbeschworen wird. Es kann dadurch ein bisschen ungemütlicher werden. Es kann aber die Partei auch voranbringen. Vielleicht muss Merkel dann ihren Kurs verändern. Vielleicht erweist sich aber auch, dass zwei, drei Handvoll wirklich nur zwei, drei Handvoll sind.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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