Als Theo Zwanziger am 8. September 2006 ohne Gegenstimme und unter rauschendem Beifall zum alleinigen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gekürt wurde, ist er zu einem der mächtigsten Männer im deutschen Sport geworden. Doch eine gewisse Beratungsresistenz, eine gefährliche Selbstüberschätzung und nicht zuletzt ein mangelhaftes Krisenmanagement in einer schmutzigen Schiedsrichter-Affäre haben die einst breite Machtbasis bröckeln lassen.
Aber sie zerbrach nicht: Weder sein Rückzug noch seine Abberufung waren auch nur zu erwarten gewesen - dafür sind seine Versäumnisse zum einen nicht weitreichend genug, zum anderen fehlt ein möglicher Thronfolger.
Doch dass der redselige, aufbrausende und emotionale DFB-Chef innerhalb von sechs Jahren bereits seinen dritten außerordentlichen Bundestag einberufen muss, gibt zu denken. Zwanziger wird sich bei dem Treffen von fast 300 Delegierten im April nicht als visionärer Reformer oder eloquenter Krisenmanager feiern lassen können, vielmehr wird er sich wie am gestrigen Freitag noch einmal rechtfertigen müssen.
Auch wenn der Vorstand sich einstimmig hinter ihn stellte, so mehren sich doch die kritischen Stimmen in den eigenen Reihen. Der frühere Spielmacher des VfL Altendiez hat in seiner Funktion als Steuermann des größten Sportverbandes der Welt einen kräftigen Schuss vor den Bug bekommen. Der oberste Repräsentant des deutschen Fußballs täte jetzt gut daran, nicht mehr so selbstgerecht zu sein. Zwanziger will jetzt weniger selbst machen und seltener öffentlich auftreten. Sagt er. Daran wird es sich messen lassen müssen.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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