Streik hat die Republik erfasst - seit Mittwoch legen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes punktuell die Arbeit nieder. Für heute hat Verdi in Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und im Saarland zu befristeten Aktionen aufgerufen. Busse und Bahnen fahren nicht, Kitas bleiben geschlossen, Mülltonnen ungeleert im Schneematsch stehen.
Zugegeben, es gibt angenehmere Jahreszeiten und Wetterlagen für scharfe Verteilungskämpfe. Aber das Klima zwischen den Tarifpartnern ist nun einmal frostig und Tauwetter nicht in Sicht.
Verdi hat ein Gesamtpaket auf den Verhandlungstisch gelegt, das einem Lohnaufschlag von fünf Prozent entspricht. Und die Arbeitgeber? Die haben am Montag auch bei der zweiten Tarifrunde kein Angebot gemacht. Sollte auch das Treffen am 10. Februar scheitern, droht ein großer Arbeitskampf.
Es gibt gute Gründe, ihn tunlichst zu vermeiden und rasch zu einem Ergebnis zu kommen. Im Blick auf die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die in den vergangenen Jahren schlechter abgeschnitten haben als Industriearbeiter. Aber auch im Blick auf das große Ganze. Geiz ist auch volkswirtschaftlich gesehen gar nicht geil. Die Binnennachfrage braucht in der Krise dringend Schub. Eine angemessene Lohnerhöhung würde die Konjunktur stärken.
Also, ein Angebot auf den Tisch, damit verhandelt und ein Ausgleich gefunden werden kann! Und wenn die Vernunft Einzug hält, steht dann am Ende vielleicht eine drei vor dem Komma. Gemäß der klassischen Formel, dass sich die Lohnentwicklung am besten am Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Produktivität und der Inflationsrate orientiert.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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