Lange nichts gehört vom Wehrbeauftragten des Bundestags. Das ist Hellmut Königshaus von der FDP. Er hat im vergangenen Jahr bereits den Einsatz von Leopard-Panzern in Afghanistan gefordert und gesagt, die Taliban würden schon das Grausen und Fürchten bekommen, wenn sie erst einmal in ein Geschützrohr blickten. Das Königshaus’sche Abschreckungsmodell kam dann aber doch nicht zur Anwendung, weil Fachleute schnell darauf hinwiesen, dass die meisten Brücken in Afghanistan die Panzer gar nicht tragen können, weswegen es schwierig sein dürfte, die Geschützrohre überhaupt vor das Angesicht der Taliban zu fahren, damit die das Grausen und Fürchten bekommen.
Nun hat Hellmut Königshaus wieder eine Idee geboren und unter die Leute gebracht. Nach einer tödlichen Anschlagsserie auf Deutsche – erst am Donnerstag ist wieder ein Bundeswehrangehöriger Opfer einer Sprengfalle geworden – forderte Königshaus, die Soldaten besser auszurüsten. Es müssten gepanzerte Räumfahrzeuge mit Roboterarm her, um die Sprengsätze besser aufspüren zu können. Und auch an eigenen Hubschraubern mangele es den deutschen Soldaten in Afghanistan.
Königshaus hat recht. Wer in den Krieg gegen die Guerilla in Afghanistan geschickt wird, der muss anständig ausgerüstet sein. Doch Königshaus liegt auch falsch. Denn er selbst hat gesagt, dass bei dem Anschlag am Donnerstag „kein Schutz dieser Erde“ den Tod des Soldaten verhindert hätte. Kein Leopard-Panzer, kein Roboterarm.
Was schlussfolgern wir jetzt? Es war nicht das Schlechteste, lange Zeit nichts vom Wehrbeauftragten des Bundestags gehört zu haben.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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