Altersarmut sei derzeit kein drängendes Problem, urteilt der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums in einem aktuellen Gutachten. Das Aufatmen, das diesem Satz in der Bundesregierung auslösen wird, ist förmlich zu hören
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat schließlich in diesem Sommer alle aufgeschreckt mit Zahlen, die zeigten, dass auch Normalverdiener nur Renten in lächerlicher Höhe zu erwarten haben. Seitdem haben sie in der Bundesregierung überlegt, wie sie aus der Sache wieder herauskommen – weder wollten Union und FDP die Milliarden ausgeben, die von der Leyen für ihre Zuschussrente forderte, noch wollten sie als soziale Ungetüme da stehen. Und auf die Senkung des Rentenversicherungsbeitrags, das die Liberalen so unbedingt auf die Fahne schreiben wollten, glaubte man angesichts der miserablen FDP-Umfragewerte auch nicht verzichten zu können.
Da kommt so ein Wissenschaftler-Gutachten wie gerufen: Es gibt scheinbar Entwarnung. Da lässt sich eine ungeliebte Rentenreform locker auf die nächste Wahlperiode verschieben.
Allerdings: Dass Altersarmut vor allem in ein paar Jahren zum Problem wird, kann man auch aus den Zahlen der Arbeitsministerin lesen. Sie hat daraus nur eine andere Schlussfolgerung gezogen: Die, dass gehandelt werden muss, weil Nichtstun den Betroffenen nun wirklich nicht hilft.
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