Und sie bewegen sich doch. Hochschulen und Kultusminister wollen Studiengänge entrümpeln, den Studenten künftig weniger Prüfungen zumuten und ihnen keine unnötigen Hürden mehr in den Weg legen, wenn diese von der Uni in Osnabrück nach Tübingen wechseln wollen. Damit zeigen sie: Sie haben den Studenten zugehört und versuchen ihnen nicht mehr wider besseres Wissen einzureden, Schwierigkeiten im Studium seien nur Einzelfälle. Tatsächlich herrscht in Deutschland Bildungsnotstand.
Das grundsätzliche Problem haben die Minister verstanden, auch wenn das etwas gedauert hat: vom anfänglichen Schmunzeln über die Schreihälse auf den Straßen bis zu vagen Solidaritätsbekundungen. Jetzt tritt zögerlich die Handlungsphase ein. Heiße Eisen wie den für alle freien Zutritt zum Master packen die Großkopferten noch nicht an. Zudem sehen die Kultusminister die weitere Verantwortung dafür, dass aus dem Bachelor doch noch eine Erfolgsgeschichte wird, vor allem bei den Hochschulen. Die werden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass eine gute Reform Geld kostet. Mit solchen Zusagen aber halten sich die Minister lieber vornehm zurück und können dabei getrost in Richtung Bund weisen; der will ihnen schließlich gerade allerlei Steuergeld abknöpfen.
Hinter ihre Erklärung, sie wollten den Studenten das Leben leichter machen, können die Länder aber nicht mehr zurück. Sie haben sich dazu verpflichtet, dauerhaft auf Qualität zu achten und darauf, dass das Studium auch zu schaffen ist. Besser, sie bleiben dabei mit den Studenten im Dialog. Damit der Protest irgendwann ein Ende hat.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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