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Kommentar zur Flughafenpanne: Haltet sie!

Solche Geschichten kennen viele: Immer wieder muss das Handgepäck durch den Scanner, doch das verdächtige Signal bleibt. Die Sicherheitsleute winken ab: Wird schon nichts sein. Und wenn doch? Von Volker Schmidt

Volker Schmidt ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Volker Schmidt ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Solche Geschichten kennen viele: Mehrfach muss das Handgepäck durch den Scanner, immer wieder starrt der Wachmann kopfschüttelnd auf den Schirm: Das ist was Verdächtiges. Der Reisende öffnet, räumt aus, doch das verdächtige Signal bleibt. Frustriert winken die Sicherheitsleute das Köfferchen weiter: Wird schon nichts sein.

Oder der Brite, der vor Weihnachten in den Flieger steigt. Einen großen, zwei kleine Plumpuddings hat er dabei. Der Kontrolleur runzelt die Stirn, denkt wohl an getarnten Plastiksprengstoff. Das Ergebnis: Der große Pudding muss in den Müll, die zwei kleinen dürfen mit. Wären sie aus Sprengstoff, es würde locker reichen, die Maschine in die Luft zu jagen.

Oder gestern in München. Da trägt ein Mann seinen sprengstoffverdächtigen Laptop einfach weiter; es gibt Großalarm. Weil niemand den Mann findet, wird der Alarm abgeblasen - unter dem Hinweis, das Gerät springe ja auch bei Parfüm an, zum Beispiel.

Es wird immer Sicherheitslücken geben

Menschen sind nun mal fehlbar. Da können noch so viele teure Geräte an den Flughäfen stehen, noch so viele Daten gesammelt werden, bis die Bürgerrechte das Papier nicht mehr wert sind, auf dem sie stehen: Es wird immer Sicherheitslücken geben.

Und am größten werden die Lücken dort sein, wo die Kontrollen an kaum geschulte Billig-Arbeitskräfte outgesourct sind. Offenbar gilt es nicht mehr als hoheitliche Aufgabe, Terroranschläge in Flugzeugen zu verhindern - dagegen sichern jeden Samstag beamtete Hundertschaften die Stadien der Republik, damit Hooligans einander nicht die Köpfe einschlagen.

Ordentlich ausgebildete Polizisten wüssten hoffentlich besser, wie sie einen Verdächtigen an einer Kontrollstellen stoppen. Zwischen "einfach gehen lassen" und "auf der Flucht erschießen" wird es ja noch ein bisschen was geben.

Und jetzt wollen sie uns auch noch durch Nacktscanner jagen - wozu eigentlich? Wenn sie in unserer Unterhose einen verdächtigen Gegenstand entdecken, spazieren wir halt einfach weiter. Im Ernst: Es ist höchste Zeit, die zu stoppen, die unsere Freiheit unter dem Vorwand größerer Sicherheit immer mehr einschränken.

Autor:  Volker Schmidt
Datum:  21 | 1 | 2010
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