Keine hundert Tage ist das schwarz-gelbe Bündnis im Amt. Doch nun hat es wirklich einen bemerkenswerten Durchbruch erzielt. Bei einem Abendessen verständigten sich die Parteichefs Angela Merkel, Guido Westerwelle und Horst Seehofer darauf, dass der vor drei Monaten ausgehandelte Koalitionsvertrag gilt.
Das ist in unserer schnelllebigen Zeit nicht selbstverständlich. Insofern hatte Westerwelle allen Grund, sich beim Fototermin im Restaurant ein Gläschen Prosecco zu genehmigen. Auch die Kanzlerin war froh, weil sich die zänkischen Partner nun liebhaben wollen. Schon schwärmt der CSU-Chef vom "christlich-liberalen Gemeinschaftsgeist".
Das ist denn vielleicht doch ein bisschen hoch gegriffen. Noch während das Trio zusammensaß, stieß Hessens Regierungschef Roland Koch mit seinen Hartz-Forderungen den nächsten Krach an. Und der hohle Formelkompromiss zur Steuerreform wird bestenfalls bis zum Mai tragen. Mit Worthülsen kann sich diese Koalition nicht aus dem Schlamassel befreien. Was sie dringend braucht, ist mehr Programm und weniger Prosecco.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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