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Kommentar zur Linken-Beobachtung: Dobrindt hat keinen Durchblick

Dobrindts Forderung nach einem Verbot der Linken ist clownesk: Die Linke ist im Osten durchaus bürgerlich und stabilisiert die Demokratie. Seine Attacke ist nichts als parteipolitische Polemik.

Alexander Dobrindt.
Alexander Dobrindt.
Foto: dpa

CSU-Generalsekretär Alexander F hat sich eine neue Brille gekauft. Das führt aber nicht dazu, dass er besser gucken kann. Offenbar sind gar keine Gläser in der Brille. Die Forderung nach einer flächendeckenden Beobachtung der Linkspartei inklusive eines etwaigen Verbots deutet jedenfalls daraufhin.

Denn die Linke ist gerade im Osten durchaus bürgerlich, stabilisiert dort die parlamentarische Demokratie und hat zur Integration der alten Eliten in dieses System beigetragen. Es ist unmöglich, das zu leugnen, wenn man noch alle Sinne beisammen hat. Überdies geht die clowneske Idee eines Verbots der Linken nach hinten los. Sie stärkt die Partei, statt sie ihren inneren Widersprüchen zu überlassen – von denen es so viele gibt wie Sand am Meer.

Die Beobachtung von radikalen Teilen der Linkspartei ist durchaus angebracht. Das stellen übrigens auch deren Bundestagsabgeordnete nicht in Abrede – hinter vorgehaltener Hand, versteht sich.

Allzu viel Mitleid ist ohnehin fehl am Platze, da die Beobachtung der gesamten Bevölkerung der DDR durch das Ministerium für Staatssicherheit in der SED/PDS-Nachfolgepartei bis heute nicht wirklich aufgearbeitet worden ist. Noch immer mischt mancher Ex-Kader kräftig mit. Doch Dobrindts Attacke ist nichts anderes als parteipolitische Polemik und von daher nicht ernst zu nehmen. Der Mann sollte einfach nochmal zum Optiker gehen.

Autor:  Markus Decker
Datum:  30 | 1 | 2012
Kommentare:  24
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