Seit heraus ist, dass der Verfassungsschutz 27 der 76 Bundestagsabgeordneten im Visier hat, darunter Leute wie Gysi oder die stellvertretende Bundestagsvorsitzende Petra Pau, machen die Linken ganz neue Erfahrungen: Sie erfahren Verständnis und Mitgefühl von Liberalen, Sozialdemokraten und Grünen. Rechts blind, links blöd, spottet Jürgen Trittin über die Behörde von Heinz Fromm.
Die Schmuddelkinder sind keine. Wenigstens eine Zeit lang. Vergessen der ewige Zank um Führungsfragen und die Ausrichtung der Partei. Mit einem Schlag sind peinliche Debatten um linken Antisemitismus oder Sympathiebekundungen für syrische oder iranische Gewaltherrscher weggewischt.
Dank dem Bundesamt für Verfassungsschutz. Die Linke, sie ist Opfer, sie kennt keinen Streit mehr und keine innerparteilichen Fehden. Freund Fromm hat die Reihen fest geschlossen, und Gregor Gysi, der hilflose Dompteur seiner gespaltenen Fraktion, wird vermutlich vor Lachen nicht in den Schlaf finden.
Die Linke hat keinen Ehrenvorsitzenden. Sie sollte erwägen, Heinz Fromm das Ehrenamt anzutragen. Denn niemand hat sich in den vergangen Jahren so um das Wohl der Linken verdient gemacht wie er. Fromm macht Linke glücklich. Nach Lage der Dinge müsste er deshalb sogar darüber nachdenken, sich selbst beobachten zu lassen.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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