Aktuell: Terror in Paris | Kolumne "Gastwirtschaft" | Skispringen, Wintersport | Pegida | Flucht und Zuwanderung | Eintracht Frankfurt

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

10. September 2012

Kommentar zur Rente: Ein Konzept und viele Hoffnungen

 Von Steffen Hebestreit
Sigmar Gabriel will das Renten-Konzept seiner Partei nicht von CDU/CSU vereinnahmen lassen.Foto: dapd

Genau jene CDU-Politiker, die Ursula von der Leyens Rentenpläne kritisieren, suchen den Renten-Konsens mit der SPD. Verrückt.

Drucken per Mail

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat sich am Montag gar nicht so schnell winden können, wie die Unionsparteien versucht haben, die Sozialdemokraten beim Thema Rente zu umarmen. Oder besser: zu erdrücken. Genau jene CDU-Politiker, die Ursula von der Leyens Rentenpläne zuletzt noch in Bausch und Bogen verdammten, wollen nun mit der SPD rasch den Konsens suchen. Verrückte Welt.

Die Reaktion der Christdemokraten ist ein Beleg für die überraschend große Nervosität im Regierungslager darüber, das Thema Rente vielleicht doch unterschätzt und voreilig beerdigt zu haben. Zwar geht es keiner Rentnergeneration finanziell so gut wie der jetzigen, doch die demografische Entwicklung sorgt in Zukunft zwangsläufig für ein sinkendes Niveau der Altersbezüge − und das treibt auch heutige Senioren um.

Zum Zweiten mag die CDU-Reaktion der SPD als Beweis dienen, sich mit ihrer Arbeitsgruppe zur Rente zwar ein schwieriges, ein strittiges und ein komplexes Thema aufgehalst zu haben. Ein Thema allerdings, das für die Wähler tatsächlich von Relevanz ist und damit zur Mobilisierung beiträgt. Mit dem Ergebnis ihrer Bemühungen, und auch das ist lange nicht klar gewesen, können alle drei potenziellen SPD-Kanzlerkandidaten gut leben.

Wer auf eine Vorentscheidung der K-Frage gehofft hatte, sieht sich enttäuscht. Knapp ein Jahr vor der Bundestagswahl scheint die SPD fest entschlossen, ihre Regierungsfähigkeit zu demonstrieren.

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Anzeige
Ressort

Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten


Leitartikel

Engagiert Euch!

Von  |
Die Pegida-Anhänger in Dresden.

Versuchen Sie mehr Einfluss zu nehmen. So, wie es viele ihrer Nachbarn längst tun, im Westen und im Osten des Landes. Erst dann können Sie sagen, es würde Ihnen niemand zuhören. Mehr...

Ölpreis

Wem Billig-Öl schadet

Arbeiter an einer Öl-Pipeline.

Günstige Energie ist gut – aber sie muss aus der richtigen Quelle stammen, Öl ist die falsche. Der Druck schwindet, in eine umweltfreundlichere Zukunft zu investieren. Der Leitartikel. Mehr...

Terror und Meinungsfreiheit

Die Grenzen der Freiheit

Eine Litfaßsäule mit "Je suis Charlie"-Karikaturen beim Zeitungsverlegerverband in Berlin.

Gegen Terror und Pegida, für Freiheit, Demokratie und Vielfalt zu demonstrieren, ist gut und richtig. Aber wer Freiheit leben will, muss auch über ihre Grenzen reden. Nicht aus Angst, sondern aus Überzeugung. Der Leitartikel. Mehr...

Griechenland

Schaden für Europas Linke

Ein Schuldenschnitt ist in vielen Ländern der EU politisch nur schwer durchzusetzen, weil er letztlich auch auf Kosten der Steuerzahler geht.

Dass Griechenlands neuer Premier ausgerechnet eine Koalition mit den Rechtspopulisten eingeht, ist ein schlechtes Omen. Man kann nur hoffen, dass Syriza nicht daran zerbricht. Der Leitartikel. Mehr...

Leitartikel

Pegidas politische Stichwortgeber

Auch wenn die Teilnehmer es nicht glauben wollen: Einen Großteil ihrer Parolen bezieht die Pegida-Bewegung aus der Politik.

In den Parolen der Islam- und Ausländerfeinde spiegelt sich der Geist der Ausgrenzung, der auch die Flüchtlings- und Migrationspolitik der vergangenen Monate beherrscht hat. Mehr...

Leitartikel

Die europäische Frage

Der Vorsitzende des  Linksbündnisses Syriza, Alexis Tsipras, gibt seine Stimme ab bei der Wahl in Griechenland am Sonntag.

Nicht eine linke Partei in Griechenland ist das Problem der EU, sondern die soziale Spaltung, die Unzufriedenheit nährt. Und leider auch Populisten, die die Schuld immer bei Fremden suchen. Mehr...

Muslime in Deutschland

Die Heimat der Muslime

Muslime beim Nachmittagsgebet  in der Eyüp-Sultan-Moschee in Nürnberg.

Es gibt in diesem Land eine Vielzahl demokratischer islamischer Initiativen und Organisationen. Es wäre für sie an der Zeit, sich zu einer gemeinsamen Plattform zusammenzuschließen. Der Leitartikel. Mehr...

Papst Franziskus

Den Worten müssen Taten folgen

Papst Franziskus spricht von einer moderneren katholischen Kirche. Doch den Worten des Pontifex müssen auch Taten folgen.

Wenn er die Kirche wirklich verändern will, muss Papst Franziskus seinem Vorstoß zur Familienplanung Taten folgen lassen – und die traditionelle Lehre reformieren. Der Leitartikel der FR beschäftigt sich mit den Nachwirkungen der päpstlichen Worte. Mehr...

Weltwirtschaftsforum in Davos

Sozialstaat muss für Balance sorgen

Auf dem Weltwirtschafsforum in Davos wird zur Zeit auch über das Thema Ungleichheit diskutiert.

Der Graben zwischen Arm und Reich wird immer tiefer. Wenn die Politik nicht eingreift, werden Globalisierung und Digitalisierung die Gegensätze immer weiter verschärfen. Der Leitartikel. Mehr...

Pegida Demonstrationen

Der Freiheit droht der Bankrott

In Dresden durfte am Montag nicht demonstriert werden.

Der Staat sollte nicht alles tun, um die innere Sicherheit zu gewährleisten. Er muss vielmehr alles unterlassen, was im Streben nach dieser Sicherheit die Freiheit seiner Bürger einschränkt. Der Leitartikel. Mehr...

Anzeige