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Kommentare: Truppe ohne Ruhm

Die Aufarbeitung der Kundus-Affäre zeigt einmal mehr: Bei einer Schlammschlacht gibt es nur Verlierer. Dabei wäre sie vermeidbar gewesen. Von Andreas Schwarzkopf

Andreas Schwarzkopf ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Andreas Schwarzkopf ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Bei einer Schlammschlacht gibt es nur Verlierer. Das zeigt mal wieder die Aufarbeitung der Kundus-Affäre. Der ehemalige Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan sowie der frühere Verteidigungs-Staatssekretär Peter Wichert haben neben ihren Jobs ihre weiße Weste verloren, und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Jetzt versucht jeder seine Haut zu retten, indem er die jeweils andere Seite beschuldigt und sein eigenes Handeln ins rechte Licht rückt.

Es gibt aber auch einige Gewinner. Die Öffentlichkeit sieht, wie sehr die Entscheider im Ernstfall eher Nebelkerzen werfen, als für Durchblick zu sorgen, aber mit diesem unangemessenen Verhalten nicht durchkommen. Leider wird durch dieses Missmanagement der ohnehin umstrittene Afghanistan-Einsatz diskreditiert - sehr zum Ärger der Soldaten, die im wahrsten Sinne des Wortes täglich ihren Kopf hinhalten müssen.

Ärgerlich ist all dies, weil die Schlammschlacht vermeidbar gewesen wäre. Schneiderhan und Wichert hätten nicht tricksen sollen, Guttenberg hätte weniger forsch agieren und den Fall erst aufklären lassen sollen. Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit - besonders in unübersichtlichen Situationen.

Das ist kein Plädoyer für Vertuschung. Minister Guttenberg hätte aber dann nicht gegen den Korps-Geist verstoßen und damit die Truppe gegen sich aufgebracht. Bleibt zu hoffen, dass Guttenberg seine Lektion lernt. Andernfalls wird er sich weiter das Leben als Verteidigungsminister schwermachen, was gerade noch zu verkraften wäre; vor allem aber würde er dem Land schaden.

Autor:  Andreas Schwarzkopf
Datum:  19 | 3 | 2010
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