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Leitartikel: Evolutions-Führer

Wer ihn lässt, dem kommt Darwin in diesem Jahr sehr nahe - mit einem durchdachten Veranstaltungsprogramm von Bio Frankfurt. Von Lia Venn

Lia Venn arbeitet in der Lokalredaktion der Frankfurter Rundschau.
Lia Venn arbeitet in der Lokalredaktion der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Wer nach dem Jahr 2009 in Frankfurt nicht weiß, wer Charles Darwin war, was er gedacht und geschrieben hat und dass es kein Hund war, auf dem er durch die Weltenmeere segelte - dem ist dann auch nicht mehr zu helfen.

Bio Frankfurt, das Netzwerk aus Zoo, Zoologischem Gesellschaft, Uni, Palmengarten, Senckenberg und anderen - Frankfurts grünes Band der Sympathie - so darf man an dieser Stelle Einsatz für Natur getrost einmal würdigen, hat ein umfassendes Programm für dieses Darwin-Jahr zusammengestellt. (Bitte um Vergebung, langes Jahr - langer Satz).

Es ist ohnehin positiv bemerkenswert, dass sich so viele Institutionen zusammengeschlossen haben, um den hohen Wert der Artenvielfalt und die Wichtigkeit ihrer Erhaltung mehr ins Bewusstsein der Menschen zu rücken, Wissen und Erfahrungen der Mitglieder zu diesem Zweck zu bündeln und Bildungsangebote für junge Leute zu machen. Das Darwin-Jahr-Programm, ein echter Evolutions-Führer, ist dafür ein ebenso aktuelles wie durchdachtes Vehikel. Bildungsangebote für kleine Kinder, schon größere bis hin zu virtuellen Nachschlagewerken für Studierende, Vorträge und Diskussionen, Ausstellungen - alles Darwin. Der Mann kann einem in Frankfurt in diesem Jahr wirklich nahe kommen, wenn man ihn lässt.

Er war ein Naturwissenschaftler mit dieser ziemlich aufreibenden Theorie rund um das Leben - und hat damit immer mit uns selbst zu tun. Es ist deshalb auch abseits der Wissenschaften interessant, sich mit Darwin zu beschäftigen. Vom unvollendeten Medizinstudium über die Theologie zum Evolutions-Führer, das zeigt auch, was alles möglich ist im Leben. Da braucht der Mensch nicht zu resignieren, wenn mal alles düster wird. Auch ohne Porzellanmanufakturen im Familienkreise muss gefühlter Abgrund nicht bodenlos sein.

Die ZGF bringt aktuell ein Beispiel dafür, dass Engagierte auch in der ausweglosesten Situation wie dem brutalen Dunkel eines Krieges Erfolge fürs Leben feiern können. Dazu haben nicht zuletzt auch die Spenden der Frankfurter beigetragen, die Unterstützer der ZGF, Mitglied von Bio Frankfurt, und ihrer weltweiten Projekte sind.

Manchmal nachvollziehbare, immer lähmende Sätze wie "Das ist doch aussichtslos, das ist doch sinnlos, was können wir schon tun, das ist eh' zu spät" werden ausgehebelt, wenn eine dem Aussterben tödlich nahegekommene Art wie die Berggorillas trotz gezielter Angriffe des Menschen mehr statt weniger werden. Weil andere Menschen wieder anderen dabei helfen, trotz Mühen den Lebensraum dieser Tiere zu erhalten. Ein Ergebnis sinnvoller Naturschutzarbeit für die Vielfalt der Arten. Es darf auch Gefühl her - Emotion für die Evolution.

Autor:  LIA VENN
Datum:  11 | 2 | 2009
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