Es gab Zweifel. Bei der Frage nach der separaten Fahrradtrasse, da habe die Lokalredaktion doch bestimmt ein bisschen nachgeholfen, unkten einige. Weil dem Ressort das Ergebnis im Rahmen der Umfrage doch gut in den Kram passt: Immerhin machten 50 Prozent der Befragten deutlich, gegen eine eigene Spur für Pedalisten eigentlich nichts zu haben. Skeptiker erinnerten sich daran, dass die Kollegen aus dem Frankfurt-Teil doch immer schon ganz sicher waren, zu den besten Ideen des Stadtplaners Albert Speer gehöre, auf den Einfallstraßen, die bislang mehr oder weniger freundlichen Pendlern vorbehalten sind, eine separate Fahrradtrasse einzurichten. Immerhin - die Hälfte der Befragten hielt das für eine wenn nicht ausgesprochen gute, so doch angemessene Idee.
Offen gestanden: Da gab es die Hoffnung, dass es noch mehr Zustimmung sein möge. Ein frommer Wunsch, naiv geradezu. Bei Licht betrachtet steht die Bewertung der Frage, wie man perspektivisch mit dem Verkehr in Richtung Innenstadt umgehen wolle, in einem Zusammenhang, mit dem sich allmählich ein vielleicht nicht gänzlich neues, wohl aber ein sich peu à peu änderndes Denken verbindet.
Insofern kann man die Umfrage nur als Ermunterung verstehen. Gleichsam als eine Zwischenstation auf der geradezu evolutionär wirkenden Route weg von der autogerechten Stadt hin zu einer überschaubaren Metropole, in der die Radfahrer recht bald zu ihrem Recht kommen könnten. Das Patt, das sich aus den Antworten der Befragten ergibt, sollte in dieser Sicht der Dinge nichts anderes als eine Zwischenbetrachtung sein.
Während die Bewertungen zur Rekonstruktion der Altstadt vielleicht doch eher eine Momentaufnahme sind, weil sich die Dimension dieses Projekts wohl erst nach dem Abriss des Technischen Rathauses erschließen dürfte. Dass gerade die Jungen die Rekonstruktion auf der Suche nach ein bisschen neuer Heimat gut finden, gehört zu den überraschenden Beobachtungen, die man in einer sich rasch verändernden Stadtgesellschaft machen kann.
Dazu zählt nicht minder die Einschätzung, wie mit den Ansprüchen von Schülern und ihren Fahrtkosten umgegangen werden sollte. Die mehrheitliche Positionierung scheint von der Einsicht getragen, dass nur das etwas gilt, was auch etwas kostet. Unplausibel ist das nicht, wenngleich das kostenlose Ticket, für das sich die Populisten stark machen, mit Resonanz im Alltag rechnen kann. Die Ergebnisse der Umfrage vermitteln den Eindruck, dass Diskussionen dieser Art differenziert zu führen sind. Wenn die Lokalredaktion da nachhelfen kann - daran soll es nicht scheitern.