Doch, es gibt auch gute Nachrichten über Die Linke. Etwa diese: Auch künftig wird die Partei nur einen Schatzmeister beschäftigen. Dabei lässt sich über wenig mehr streiten als über Geld. Alle anderen relevanten Posten wird die von Lafontaine und zuletzt auch von manch anderen guten Geistern verlassene Partei nun fein säuberlich aufteilen: zwei Vorsitzende, zwei Bundesgeschäftsführer, zwei Parteibildungsbeauftragte
Was auf den ersten Blick als schiedliche Beilegung eines Langzeit-Konflikts aussieht, ist genau dies jedoch nicht. Die nächtliche Hauruck-Aktion zeigt vielmehr, wie tief sich die Genossen auch nach bald fünfjähriger Zusammenarbeit misstrauen. Gregor Gysi hat "Vereiniger" gesucht und fand überwiegend Interessenvertreter, die jede Personalie darauf abklopften, ob sie ihre Position schwächt oder stärkt. Herausgekommen ist ein wackliger Kompromiss. Salomonisch geht anders.
Immerhin verpflichteten sich die Kandidaten, künftig auf ihre Mitarbeit in den zankenden Parteiströmungen zu verzichten. Gelänge das, wäre vielleicht dafür gesorgt, dass der Fisch nicht mehr vom Kopf her streitet. Womöglich könnte Die Linke dann mal wieder am Politikbetrieb teilnehmen, den sich die Schwarz-Gelben gerade nach ihrem Gusto zurechtbiegen.
Dass den Linken ihre Befriedung gelingt, ist mit dieser Lösung aber nicht gesagt. Es ist vielleicht nicht das letzte Aufgebot, das sich da selbst ins Rennen schickt, aber dahinter wird es dünn. Die vielfache Doppelspitze sollte versuchen zusammenzunähen, was nicht zusammenhalten will. Viel Zeit bleibt ihr nicht.
Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.
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