Was wie ein rein technischer Schritt erscheint – die Erhöhung der vorgeschriebenen Kernkapitalquoten der Banken – ist letztlich eine weitere Runde im Kampf darum, wer für die finanzielle Stabilisierung der Euro-Zone zahlen muss. Bislang waren dies vor allem die Menschen in Krisenländern wie Griechenland, Irland oder Portugal. Über sinkende Einkommen, sinkende Sozialleistungen, sinkende Renten und drastisch gestiegene Steuern und Abgaben sollten sie sicherstellen, dass die Staatsdefizite so weit zurückgehen, dass die Gläubiger wieder Vertrauen fassen. Die EU-Staaten und der Internationale Währungsfonds spendierten dafür Überbrückungskredite.
Dickere Kapitalpuffer würden nun bedeuten: Die Gläubiger werden zur Kasse gebeten, also die Banken und ihre Aktionäre. Sie müssen möglicherweise auf Dividenden verzichten, und die Kurse ihrer Aktien dürften unter den Kapitalerhöhungen leiden. So leisten sie ihren Beitrag dazu, dass Euro-Staatsschulden stabil bleiben und die Banken weiter an ihnen verdienen können.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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