Ein-Euro-Jobs haben noch nie viele Freunde gehabt. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen kann daher auf breite Unterstützung hoffen, wenn sie die Mittel dafür massiv herunterfährt. Denn die Gegner dieser öffentlichen Beschäftigung stützen sich auf gute Argumente. Für die Betroffenen eröffnen diese Stellen mit der Mini-Bezahlung in den seltensten Fällen eine Perspektive.
Doch von der Leyen vergisst bei ihrem Vorgehen einen, den entscheidenden Punkt: Eine schlechte Förderung für Langzeitarbeitslose ist immer noch besser als gar keine. Allein der geschenkte Aufschwung wird nicht reichen, um den Menschen mit den größten Problemen eine echte Chance zu geben. Doch in der Arbeitsmarktpolitik freut sich die Koalition über die gute Konjunktur und beschränkt sich ansonsten darauf zu kürzen und zu streichen.
Lediglich bei den Hartz-IV-Empfängern und anderen Arbeitslosen bringt sie die Konsequenz, die Entschlossenheit und den Mut zu Einschnitten und Härten auf, die sie bei anderen gesellschaftlichen Gruppen komplett vermissen lässt. Das ist ein Armutszeugnis.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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