Erika Steinbach, Chefin des Bundes der Vertriebenen, ist sauer. Sogar in der Unionsfraktion wird inzwischen Anstoß daran genommen, dass sie zwei Verbandskollegen, die wegen rechtslastiger Äußerungen kritisiert werden, in den Beirat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ entsenden will. Und so entfuhr der verärgerten Vertriebenenchefin in kokettem Ton ein Klassiker des Revisionismus: „Und ich kann es auch leider nicht ändern, dass Polen bereits im März 1939 mobilgemacht hat.“
Es war ein Moment großer Ehrlichkeit, denn er hat gezeigt, wie locker bei Steinbach solche geschichtsfälschenden Satzbausteine sitzen. So hat sie sich selbst die Versöhner-Verkleidung heruntergerissen. Da konnte auch Fraktionschef Volker Kauder nichts mehr machen, der Steinbach sogar noch verteidigen wollte: Sie habe die Kriegsschuld Deutschlands nicht relativieren wollen.
Immerhin ist Steinbach nun so konsequent, sich aus der CDU-Führung zurückzuziehen. Allerdings bleibt sie ihrem schnippischen Ton treu: Als Konservative stehe sie im CDU-Vorstand „immer mehr allein“.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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