Es gibt ein Gutes im Schlechten: In der CDU wird erwogen, das Ehegattensplitting bei der Steuererklärung auch lesbischen und schwulen Paaren zugutekommen zu lassen, die sich per staatlicher Urkunde zu Partnern haben erklären lassen. Das wäre gerechter als die derzeitige Lage. Denn es gibt keinen Grund, warum nur ein heterosexuell gehauchtes oder geschmettertes „Ja, ich will“ Steuervorteile bringen soll.
Gerecht wäre es, das Ehegattensplitting ganz abzuschaffen. Den Vorteil können vor allem Paare mit einem Spitzenverdiener genießen. Es trägt dazu bei, dass sich für einen Partner der Wiedereinstieg in den Beruf nicht lohnt, weil für ihn oder sie in der schlechteren Steuerklasse nichts übrig bleibt vom Verdienst. Es trägt dazu bei, dass für diese Partner Minijobs attraktiv sind trotz Taschengeldlohn und gravierender Nachteile bei der Sozialversicherung.
Auf einen Abschied vom Ehegattensplitting allerdings wird sich die Union nicht einlassen, der Schritt ist zu groß. Noch zumindest. Für CDU und CSU wäre es schon eine Leistung, den nächsten Schritt bei der Gleichstellung von Homosexuellen zu gehen, obwohl noch einige mehr folgen müssten. Wenn die SPD sich nun beschwert, ist das nur halb glaubwürdig. Sie hat das Lebenspartnerschafts-Gesetz mit verfasst. Das Steuerrecht hat ihr damals keine Probleme bereitet.
Der Kampf um die Homo-Ehe wird in den USA bei einem Kiss-In vor der Fastfood-Kette "Chick-fil-A" ausgetragen.
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