Kundus? Ist nicht genau dort die Bundeswehr mit starken Kräften stationiert, um in Afghanistan die Demokratie zu fördern und dabei zu helfen, die Taliban kleinzuhalten? Ausgerechnet dort haben die islamistischen Gotteskrieger zwei junge Menschen öffentlich auf einem Basar wegen Ehebruchs zu Tode gesteinigt. Praktisch unter den Augen deutscher Soldaten.
Vermutlich wollten die Taliban mit dem entsetzlichen Mord auch erreichen, dass man sich in Deutschland gerade diese Fragen stellt: Was sollen unsere Soldaten dort eigentlich bewirken, wenn sie nicht einmal diese barbarische Handlung quasi vor der eigenen Haustür verhindern können? Wenn Taliban-Gerichte spektakuläre Todesurteil sprechen, vollstrecken lassen und dies dann der Welt lauthals mitteilen?
Die Bundeswehr hat in den umkämpften Gebieten gerade einmal da Einfluss, wo ihre Soldaten sind. Sind sie weg, tauchen die islamistischen Terroristen wieder auf. Und die Taliban sind sich ihrer Sache mittlerweile so sicher, dass sie glauben, spektakuläre Zeichen setzen zu können. Wie barbarisch die auch sein mögen.

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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