Aktuell: Fußball-EM 2016 | US-Wahl | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Meinung
Kommentare, Kolumnen, Analysen

29. Januar 2013

USA in Mali: Erst helfen, dann kassieren

 Von 
Ein US-Soldat beobachtet, wie französische Soldaten ein Transportflugzeug der Air Force in Mali entladen.  Foto: REUTERS

Frankreich kämpft in Mali einen ziemlich einsamen Kampf. Die USA stellten zwar ein paar Transportflugzeuge, wollen sich deren Einsatz aber bezahlen lassen. Washington geht eben lieber seinen eigenen Weg, wenn es um Krieg gegen Terroristen geht.

Drucken per Mail

Frankreich kämpft in Mali einen ziemlich einsamen Kampf. Die USA stellten zwar ein paar Transportflugzeuge, wollen sich deren Einsatz aber bezahlen lassen. Washington geht eben lieber seinen eigenen Weg, wenn es um Krieg gegen Terroristen geht.

Die Welt applaudiert. Für seinen Feldzug in Mali hat Frankreich enorm viel Zustimmung bekommen. Jedes Land, das sich ausrechnen konnte, selbst einmal zur Zielscheibe islamischer Terroristen zu werden, war erleichtert über das rasche und bisher so erfolgreiche Eingreifen der Franzosen.

Schade nur, dass man sich für Beifall nichts kaufen kann. Frankreich muss gerade feststellen, dass seine Verbündeten in EU und Nato wenig Bereitschaft zeigen, jenseits von Ausbildern und Spenden für afrikanische Soldaten selbst ins Risiko zu gehen.

Das krasseste Beispiel lieferten jetzt die USA ab: Die Transportflüge, die sie für die französische Armee abwickelten, wollten sie sich teuer bezahlen lassen. 20 Millionen Dollar für Flugstunden stellten sie Paris in Rechnung. Es dauerte lange, bis Washington die Forderung zum Missverständnis erklärte.

Drohnen-Basis in Niger

Warum so wenig Hilfe? Barack Obama, der erste US-Präsident mit schwarzer Hautfarbe, will sich auf keinen Fall an einer Mission beteiligen, die auch nur von Ferne nach Kolonialkrieg riecht. Seine Militärs haben ohnehin ihre eigene Vorstellung davon, wie man Terroristen am besten bekämpft. In Malis Nachbarland Niger wollen sie einen Drohnen-Stützpunkt aufbauen, von dem aus sie die ganze Sahel-Zone erreichen können. Zunächst nur zur Beobachtung, später bestimmt auch zum Kampf.

In Washington pflegt man eben einen anderen Stil als in Paris. Selbst im Krieg.

[ Wie wollen wir wohnen? Die neue FR-Serie - jetzt digital oder gedruckt vier Wochen lang ab 19,50 Euro lesen. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Österreich und die Folgen

Mehr Politik wagen

Von  |
Von Adenauer bis Merkel: In der Politik herrscht das Geschacher und Kleinklein. Es fehlen die Visionen.

Alle suchen nach Mitteln gegen Rechtspopulisten. Das einfachste ist: Probleme benennen, Lösungen erarbeiten und umsetzen. Oder blumiger: Es sind Visionen nötig. Der Leitartikel. Mehr...

Österreich

Ein Sieg des letzten Aufgebots

Van der Bellen wurde nicht nur von Grünen gewählt, auch Konservative gingen für ihn an die Urne, um Hofer zu verhindern.

Die Wahl Alexander van der Bellens zum österreichischen Präsidenten hat das Land nicht grundlegend verändert. Der Kampf gegen die Ultrarechten fängt jetzt richtig an. Der Leitartikel. Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung