Die Welt applaudiert. Für seinen Feldzug in Mali hat Frankreich enorm viel Zustimmung bekommen. Jedes Land, das sich ausrechnen konnte, selbst einmal zur Zielscheibe islamischer Terroristen zu werden, war erleichtert über das rasche und bisher so erfolgreiche Eingreifen der Franzosen.
Schade nur, dass man sich für Beifall nichts kaufen kann. Frankreich muss gerade feststellen, dass seine Verbündeten in EU und Nato wenig Bereitschaft zeigen, jenseits von Ausbildern und Spenden für afrikanische Soldaten selbst ins Risiko zu gehen.
Das krasseste Beispiel lieferten jetzt die USA ab: Die Transportflüge, die sie für die französische Armee abwickelten, wollten sie sich teuer bezahlen lassen. 20 Millionen Dollar für Flugstunden stellten sie Paris in Rechnung. Es dauerte lange, bis Washington die Forderung zum Missverständnis erklärte.
Am letzten Januarwochenende 2013 rücken die anti-islamistischen Kräfte im nördlichen Mali weiter vor. Nach der Befreiung von Gao, Konna und Diabaly nehmen sie die mythische Stadt Timbuktu ein, Zentrum der Islamisten von "Al Kaida im Maghreb". Im Bild: Ein Sanitätsfahrzeug in einem französischen Konvoi am Sonntag, 27. Januar.
Foto: dpaWarum so wenig Hilfe? Barack Obama, der erste US-Präsident mit schwarzer Hautfarbe, will sich auf keinen Fall an einer Mission beteiligen, die auch nur von Ferne nach Kolonialkrieg riecht. Seine Militärs haben ohnehin ihre eigene Vorstellung davon, wie man Terroristen am besten bekämpft. In Malis Nachbarland Niger wollen sie einen Drohnen-Stützpunkt aufbauen, von dem aus sie die ganze Sahel-Zone erreichen können. Zunächst nur zur Beobachtung, später bestimmt auch zum Kampf.
In Washington pflegt man eben einen anderen Stil als in Paris. Selbst im Krieg.
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