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Ex-Bischof Mixa: Alkohol und Techtelmechtel

Die katholische Kirche unter Druck: Ein Vatikan-Dossier soll belegen, dass der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa zu viel Alkohol trank und sich von ihm abhängigen Männern genähert habe. In Kirchenkreisen überraschen die Anschuldigungen kaum.

Um Walter Mixa wird es einsam. Sein Amt als  Augsburger Bischof   musste er  im Mai abgeben.
Um Walter Mixa wird es einsam. Sein Amt als Augsburger Bischof musste er im Mai abgeben.
Foto: dpa

Auf die "Geheimakte" im Fall Mixa reagierte der Vatikan-Botschafter in Berlin am Montag fast wie ein Geheimdienstler: "Wir haben nichts zu sagen, es ist uns nicht erlaubt mit Journalisten zu reden", sagte der Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset. Das Dossier soll Berichten zufolge belegen, dass Mixa seit Jahren viel zu viel Alkohol trank und homosexuelle Neigungen auszuleben versuchte - indem er sich von ihm abhängigen Männern genähert habe.

In Kirchenkreisen haben die Anschuldigungen kaum überrascht. "Beide Vorwürfe kursieren schon seit vielen Jahren", sagte Ulrich Ruh, Chefredakteur der renommierten theologischen Fachzeitschrift Herder Korrespondenz. Hinzu kommt, dass der Fall Mixa eigentlich abgehakt schien. Am 21. April hatte der Augsburger Oberhirte nach den zunehmend erhärteten Prügel-Vorwürfen - Mixa soll früher Heimkinder geschlagen haben - sein Rücktrittsgesuch eingereicht und Papst Benedikt XVI. am 8. Mai den Rücktritt angenommen. Inwieweit das Dossier dabei mitentscheidend war, ist unklar, es lag aber im Vatikan damals vor.

In den Medienberichten ist von Zeugen aus dem engsten persönlichen Umfeld Mixas die Rede, deren Aussagen über seinen Lebenswandel dem Dossier beilägen. So gebe es Mitarbeiter, die den heute 69-Jährigen als "Spiegeltrinker" beschrieben, der seinen Alkoholpegel über den Tag hinweg halten müsse. Andere Zeugen schilderten homosexuelle Übergriffe, "weiche Vergewaltigungen", des Bischofs in seiner Zeit als Stadtpfarrer Mitte der 1990er Jahre. Außerdem soll Mixa laut FAZ Stiftungsgelder für Waisenkinder an eine Person gesandt haben, die in einem Milieu verkehrte, mit dem man einen Bischof "nicht in Verbindung bringen sollte".

Mixa war vergangene Woche in der Tageszeitung Die Welt in die Offensive gegangen und hatte erklärt, er sei nur unter Druck zurückgetreten. Er erhob schwere Vorwürfe gegen den Münchner Erzbischof Reinhard Marx und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. In einem Brief an den Vatikan drei Tage nach seinem Rücktritt hatte Mixa sein Rücktrittsangebot wieder zurückgezogen.

Bischöfe - vom Aufklärer bis zum Unbelehrbaren

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Der Fall Mixa dürfte auch am Rande der zweitägigen Beratungen des Ständigen Rats der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Würzburg eine Rolle spielen. Dort stand am Montagabend der Umgang mit dem Thema Missbrauch auf der Tagesordnung. Insbesondere sollte es um die Fortschreibung der entsprechenden Leitlinien der DBK gehen. (dpa/ddp)

Datum:  21 | 6 | 2010
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