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Kommentar: Fälle für den Staatsanwalt

Die bayerischen katholischen Bischöfe wollen nun gleich zum Staatsanwalt gehen, wenn sie von einem Fall sexueller Gewalt erfahren. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Von Wolfgang Wagner

Wolfgang Wagner ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Wolfgang Wagner ist Politikredakteur der Frankfurter Rundschau.
Foto: FR

Die Einsicht kommt spät. Aber immerhin: Sie kommt. Die bayerischen katholischen Bischöfe wollen nun gleich zum Staatsanwalt gehen, wenn sie von einem Fall sexueller Gewalt erfahren. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber bisher zogen es die Bistümer vor, zuerst selbst ein bisschen zu ermitteln und dann in Eigenregie zu entscheiden, wie sie mit den Informationen umgehen. Das schuf Misstrauen, kein Vertrauen.

Trotz des richtigen Schritts darf man daran erinnern, dass gerade in Bayern bisher nicht die Chefaufklärer saßen: So hatte sich vor zwei Jahren der Regensburger Bischof Müller, in dessen Diözese ein wegen sexueller Übergriffe vorbestrafter Priester wieder in einer Gemeinde eingesetzt wurde, vor allem in öffentlicher Selbstverteidigung versucht. Und Augsburgs Bischof Mixa erklärte noch jüngst die Taten der Priester mit der sexuellen Revolution.

Das Ausmaß des Skandals und der öffentliche Druck haben offenbar die Zauderer und Vertuscher zum Verstummen gebracht. Die anderen Bistümer sollten nun dem Beschluss der Bayern folgen. Es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Autor:  Wolfgang Wagner
Datum:  19 | 3 | 2010
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