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Missbrauch in Belgien: Ein Pfarrer klagt an

In Belgien erhebt ein katholischer Priester schwere Vorwürfe gegen Geistliche seines Landes. In den 90er Jahren habe es 300 Pädophilie-Beschwerden gegeben, sagte Rik Devillé.

Neue Missbrauchvorwürfe aus Belgien werden laut - der Vatikan schweigt.
Neue Missbrauchvorwürfe aus Belgien werden laut - der Vatikan schweigt.
Foto: dpa

Rom. Ein belgischer katholischer Priester hat gegen Geistliche seines Landes schwere Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben. In den 90er Jahren habe es 300 Pädophilie-Beschwerden gegeben, von denen der größte Teil im Sande verlaufen sei, sagte der Priester Rik Devillé laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga vom Montag. Devillé ist Mitbegründer einer Arbeitsgruppe gegen Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche. Nur 15 Klagen hätten zu Geständnissen geführt, Sanktionen habe es abgesehen von Zwangsversetzungen gar nicht gegeben, unterstrich er.

Unterdessen veröffentlichte der Vatikan am Montag auf seiner Website Richtlinien, die den Vorwurf entkräften sollen, die Kirche vertusche Missbrauchsfälle. Darin heißt es, bei Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen sollten immer die staatlichen Behörden eingeschaltet werden. In sehr schweren Fällen könne der Papst einen schuldigen Priester auch ohne kirchenrechtlichen Prozess direkt in den Laienstand zurückversetzen.

Die Anleitung verknüpft eine päpstliche Botschaft von 2001 und den Kodex des Kanonischen Rechts von 1983. Sprecher Ciro Benedettini sagte, das Regelwerk stamme von 2003. Es werde jetzt veröffentlicht, um "absolute Transparenz" zu zeigen. Angesichts zahlreicher Missbrauchsfälle war dem Vatikan "Vertuschung" vorgeworfen worden. Auch der Papst selbst wurde wiederholt scharf angegriffen. (dpa/rtr)

Datum:  13 | 4 | 2010
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