Hamburg. Der Pädagoge Hartmut von Hentig hat sich gegen Verdächtigungen gewehrt, wonach er in den Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule verstrickt sei. Er werde mit dem Argument, er sei der Lebensgefährte des Hauptverdächtigen Gerold Becker, "in Sippenhaft" genommen, schreibt von Hentig in der Wochenzeitung Die Zeit.
Er sei von 1968 bis 1985 zu "etwa zwölf Besuchen" in der Schule gewesen. Seinen Freund Becker werde er nicht fallenlassen: "Mein Freund bleibt mein Freund."
Die "aufgeblähte pornografische Berichterstattung" beschädige den deutschen Journalismus, meint von Hentig. Die Anschuldigungen seien nur schwammig. So werde von "mindestens 33 oder 100 oder 1000 Fällen" berichtet, ohne Angabe, wem welche Art von Tat zugerechnet werden könne. Seine eigene Person und sein Werk würden arglistig anhaltend verdächtigt.
Hentig: "Ein letztes Mal: Was habe ich mit dem zu tun, was als der Odenwaldschul-Skandal dem Canisius-, Ettal-, Domspatzen- et-cetera-Skandal den Rang abzulaufen beginnt?" (epd)