kalaydo.de Anzeigen

Züchtigung: Mixa bittet um Verzeihung

Der Augsburger Bischof Walter Mixa entschuldigt sich für den "Kummer", den er Menschen bereitet habe. Doch auch innerhalb der Kirche werden Stimmen laut, die seinen Rückzug fordern.

Nachdem Augsburgs Bischof Walter Mixa in der Missbrauchsdebatte doch mögliche Ohrfeigen gegen Heimkinder in Schrobenhausen eingeräumt hat, reißen weder Kritik noch Rücktrittsforderungen ab.
Nachdem Augsburgs Bischof Walter Mixa in der Missbrauchsdebatte doch mögliche Ohrfeigen gegen Heimkinder in Schrobenhausen eingeräumt hat, reißen weder Kritik noch Rücktrittsforderungen ab.
Foto: ddp

Augsburg. Es wird eng für den Augsburger Bischof Walter Mixa. Daran wird die Entschuldigung wohl wenig ändern, die er am Dienstag auf der Homepage seines Bistums veröffentlichte: "Es tut mir von Herzen weh und leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe. Ich bitte um Verzeihung", sagte Mixa der Erklärung zufolge.

Mixa wird vorgeworfen, in seiner früheren Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen (Oberbayern) und Vorsitzender des Kuratoriums der dortigen Waisenhausstiftung Kinder geschlagen zu haben. Der Bischof hatte dies in der vergangenen Woche erst nach längerem Zögern und unter großem öffentlichem Druck zugegeben - und das in einer Wortwahl, die nicht eben von Einsicht zeugte: Er könne "die eine oder andere Watsch´n" von vor zwanzig Jahren "natürlich nicht ausschließen", sagte Mixa. "Das war damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch." Das Züchtigungsrecht an Schulen wurde in der Bundesrepublik 1973, in der DDR 1949 abgeschafft.

Der Priesterrat der Diözese Augsburg, der am Montagabend mit Mixa über die Lage beraten hatte, setze sich mit dem Bischof dafür ein, dass die Vorwürfe lückenlos aufgearbeitet werden, hieß es in der Mitteilung vom Dienstag. Der Priesterrat, der den Bischof berät, erklärte, er teile die Sorge vieler um die Glaubwürdigkeit der Kirche.

Die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung zitierte ein anonymes Mitglied des 35-köpfigen Priesterrates mit den Worten: "Dieser Bischof ist nicht mehr zu halten." Viele Kollegen "fragen nicht mehr, ob der Bischof geht, sondern wann er geht".

Die Darstellungen zum Ausmaß der Schläge gehen allerdings stark auseinander. Vorwürfe ehemaliger Heimkinder, er habe schwere körperliche Züchtigungen begangen, weist Mixa dagegen zurück. Der Bischof hat nach Angaben eines Sonderermittlers in seiner Zeit als Schrobenhausener Stadtpfarrer von 1975 bis 1996 zudem Geld einer Waisenhausstiftung satzungsfremd verwendet. (epd/afp/olk)

Datum:  20 | 4 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Spezial

Das Land Hessen entlässt seine besten Beamten, erklärt erfolgreiche Steuerfahnder für verrückt. Was steckt dahinter?

Meinung

Klare Worte - die Meinungsseiten der FR.

Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?