kalaydo.de Anzeigen

Bewegung ist das halbe Leben: Der Trucker als Kapitän und Hindernis

Arbeit macht mobil. Arbeit ist mobil. Mobilität bringt Arbeit - die FR-Serie "Mobilität in Rhein-Main" stellt Ihnen vier Beispiele aus dem Berufsleben vor.

Manchmal brummig im Brummi: Fernfahrer Markus Meißner am Steuer seines 40-Tonners
Manchmal brummig im Brummi: Fernfahrer Markus Meißner am Steuer seines 40-Tonners
Foto: Alex Kraus

Es ist eine ziemlich coole Nummer, die Markus Meißner in der Emser Straße abzieht. Dafür hätte er Applaus verdient. Doch statt Anerkennung muss er Schimpfworte einstecken. Der erste Autofahrer in der kleinen Schlange nennt Meißner einen „Depp“, einige schütteln verärgert den Kopf, nur ein Einziger bringt geduldig Verständnis auf für den Job, den der 38-Jährige erledigt. Meißner bugsiert rückwärts einen 16,5 Meter langen 40-Tonner in die Einfahrt der Spedition Schaffner. Das Tor ist nur wenige Zentimeter größer als der mit Spiegel knapp drei Meter breite Koloss. Eine reife Leistung, aber der Fernfahrer ist mit sich nicht recht zufrieden. Zwei- bis dreimal hat er nachlenken müssen. „Das geht meistens mit einem Anlauf.“
Die kaum dreiminütige Szene beschreibt sehr anschaulich, in welchem Ansehensspektrum sich die Lkw-Lenker bewegen. Mal sind sie die Kapitäne der Landstraße, mal die Deppen der Autofahrernation. Verkehrshindernisse, die eilige Menschen an Autobahnsteigungen in den Wahnsinn treiben, weil der Überholvorgang einem Langstreckenlauf gleicht. „Ich ärgere mich als Pkw-Fahrer auch manchmal über meine Kollegen, aber nur kurz“, sagt Meißner. Von einem Überholverbot hält er nichts, denn Lkw seien nun mal genauso unterschiedlich schnell wie die kleinen Brüder, mit denen sie sich die Straße teilen müssen.

Traum vom Fernfahrerleben

Markus Meißner hat Schreiner gelernt, sich dann aber den Traum vom Fernfahrerdasein erfüllt. Seit ein paar Jahren ist er auf fünf Achsen unterwegs, schleppt auf dem Auflieger einen eigenen mobilen Kran namens Manitou und dicke Kabeltrommeln sowie Schaltschränke quer durch Deutschland. Alle paar Wochen wird die Kabine für drei, vier Tage auch schon mal zum Schlafzimmer. Da muss der zweifache Familienvater genauso durch wie durch die Staus. „Man gewöhnt sich eben an alles. Hilft ja nichts.“

Autor:  Jürgen Ahäuser
Datum:  9 | 9 | 2011
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken

Video

  • 6.339,94 Pkt. +24,05 (+0,38%)
  • 10.196,44 Pkt. -35,08 (-0,34%)
  • 752,47 Pkt. +0,62 (+0,08%)
  • 8.580,39 Pkt. +17,01 (+0,20%)
  • 1,2512 USD -0,0003 (-0,02%)
in Zusammenarbeit mit Finanzen100.de