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Die Geburt des Mondes: Gewaltiger Crash im Sonnensystem

Mit einem Zusammenstoß begann die Existenz unseres Erdtrabanten: Der Mond entstand aus Trümmern und war eine rotglühende Lavakugel - heute wirkt er nur noch in besonderen Nächten so. Von Karl-Heinz Karisch

Die künstlerische Vision zeigt die Geburtsstunde des Mondes.
Die künstlerische Vision zeigt die Geburtsstunde des Mondes.
Foto: Joe Tucciarone /Nasa

Der gigantische Zusammenstoß ereignete sich in den Kindertagen unseres Sonnensystems. Ein Himmelskörper von der Größe des Mars prallte vor 4,5 Milliarden Jahren mit der Vor-Erde zusammen. Bei dieser kosmischen Karambolage blieb der größte Teil des schweren Eisenkerns des Vagabunden in der Erde gefangen, während gewaltige Gesteinsmassen von ihm und dem Erdmantel in die Umlaufbahn gesprengt wurden. Innerhalb nur weniger Jahre ballten sich diese Trümmer zu unserem Mond zusammen.

Als gewaltige rotglühende Lavakugel umrundete der neue Erdtrabant in einer Entfernung von nur 22 000 Kilometern (heute 384 400 Kilometer) die Erde. Für das Leben auf der Erde wurde der Mond von unschätzbarem Wert, da er die Bahnachse über Milliarden Jahre stabil gehalten hat. Ohne ihn hätte es chaotische Klimaschwankungen gegeben.

Die sogenannte Impakt-Theorie gilt heute als die wahrscheinlichste. Allerdings werden nach wie vor auch andere Möglichkeiten diskutiert, beispielsweise, dass sich der Mond separat neben der Erde im Sonnensystem geformt hat oder dass er, von außen kommend, eingefangen wurde. Verworfen wird inzwischen die Abspaltungs(fission)theorie, weil sie kein auslösendes Moment benennen kann.

Die gleichen Elemente

Die Astronauten von Apollo 11 brachten die ersten 21 Kilogramm Mondgestein zur Erde. Weitere 364 Kilogramm folgten bei den späteren Flügen. Die Analyse der Steine hat ergeben, dass sie aus den gleichen Elementen zusammengesetzt sind wie irdisches Gestein. Allerdings sind bei hohen Temperaturen schmelzende Metalle wie Aluminium, Kalzium und Titan auf dem Mond häufiger, seltener sind dort Natrium, Kalium, Blei und Gold.

Satelliten-Messungen belegen die Existenz eines kleinen Eisenkerns. Dieser Kern hat demnach einen Durchmesser zwischen 450 und 900 Kilometern; er macht nur rund drei Prozent der Mondmasse aus. Zum Vergleich: 30 Prozent der Erdmasse ist im Eisenkern enthalten. Dies gilt neben den Steinanalysen als weiterer Beleg für die Einschlagstheorie.

Autor:  Karl-Heinz Karisch
Datum:  15 | 7 | 2009
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