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Kommentar: Nach der Wahl ab zum Mond

1,5 Milliarden Euro will Forschungsministerin Schavan für eine Erkundungsmission zum Mond lockermachen. Das ist reine Känguru-Politik: Große Pläne und kein Geld im Beutel. Von Karl-Heinz Karisch

Karl-Heinz Karisch ist Wissenschaftsredakteur der Frankfurter Rundschau. Foto: fr

Der Fürst sollte nicht nur Grausamkeiten in gebotener Kürze, dafür Wohltaten in kleiner Dosierung und stetig verabreichen. Durch kühne Unternehmungen könne er zudem die Anerkennung seines Volkes erringen, lehrt Politikberater Machiavelli. Etwas Großes und Visionäres sollte es allerdings schon sein.

Simsalabim, schon werfen sich Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) - die Frau ist bislang eher selten durch engagierte Worte zu Wissenschaft und Forschung aufgefallen - und Raumfahrtkoordinator Peter Hintze (CDU) in die Bresche. Rund 1,5 Milliarden Euro wollen sie für eine Erkundungsmission zum Mond lockermachen.

Das ist reine Känguru-Politik. Große Pläne und kein Geld im Beutel. Erst vergangenes Jahr stoppte das zuständige Wirtschaftsministerium die viel bescheidenere LEO-Mission zum Mond. Die hätte nur rund ein Fünftel des neuen Projekts gekostet. Aber jetzt sind kühne Visionen gefragt. Flugs hat sich auch noch die FDP rangehängt. Nach der Wahl komme alles auf den Verhandlungstisch, verspricht sie. Ja, nach der Wahl.

Autor:  Karl-Heinz Karisch
Datum:  12 | 8 | 2009
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