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19. Dezember 2012

Formel 1: Haug kein Bauernopfer

Der Unvollendete: Norbert Haug Foto: dapd

Für Norbert Haug war es eine Frage der Konsequenz. Nachdem die Kurve des Formel-1-Teams von Mercedes in den vergangenen Monaten nach unten statt nach oben zeigte, wollte er mit seinem Rücktritt ein Zeichen setzen. Ein Bauernopfer sei er nicht.

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Norbert Haug fühlt sich nach seiner Trennung von Mercedes als Unvollendeter. „Ja, natürlich. Der erfolgreiche Abschluss hat gefehlt. Das muss ich akzeptieren und das tut mir sehr leid“, sagte Haug in einem Interview der „Bild“-Zeitung (Mittwoch) und bild.de. Ein Bauernopfer sei er aber „keineswegs“, bekräftigte der 60-Jährige. Nur ein Sieg in den drei Jahren seit der Rückkehr des Formel-1-Werksteams von Mercedes waren aber einfach zu wenig, zumal die Kurve in den vergangenen Monaten auch noch nach unten zeigte. „So, wie wir dieses Jahr bei den letzten sieben bis zehn Rennen unterwegs waren, war das nicht mehr akzeptabel“, stellte Haug klar.

Keine Weiterentwicklung

Er zog die Konsequenzen. Des Öfteren hatte er schon während der Saison bekräftigt, dass er nicht an seinem Sessel klebe. Nachdem das Feld mit Niki Lauda als neuen Aufsichtsratschef des Teams und Lewis Hamilton als Nachfolger von Rekordweltmeister Michael Schumacher bestellt war, nahm Haug seinen Hut. Die Weiterentwicklung sei „schlecht bis sehr schlecht“ gewesen. „Dann muss man als Chef ein Zeichen setzen - in das Unternehmen hinein und nach draußen. Jemand, der es über diese Zeitspanne nicht zum Erfolg bringt, muss die Konsequenz ziehen.“ Nach eigener Aussage fiel die Entscheidung erst nach dem letzten Rennwochenende in Sao Paulo. Er stellte sich auch vor Teamchef Ross Brawn, dem sonst so gewieften und findigen Ingenieur, dem es nach der Übernahme seines eigenen Teams durch Mercedes nach dem WM-Titel 2009 nicht gelungen war, wieder ein titelträchtiges Auto bauen zu lassen. „Weil ich seit über 22 Jahren die Gesamtverantwortung für den Motorsport bei Mercedes trage und nicht Ross Brawn. Ich bin letztlich sein Vorgesetzter“, erklärte Haug.

Nur ein Sieg in drei Jahren

Die Misserfolge in der Formel 1 seien einzig Brawn anzulasten, hatte jüngst hingegen Ex-Pilot Hans-Joachim Stuck, Präsident des Deutschen Motorsport-Bundes (DMSB), gesagt. Haug sei „doch schließlich nicht derjenige, der das Auto konstruiert hat und auch nicht derjenige, der die Schrauben am Wagen anzog“. Aber Haug litt unter der dauerhaften Erfolglosigkeit des werkseigenen Rennstalls, der mit der Sensations-Nachricht am 23. Dezember 2009 über das Comeback von Schumacher eine Ära der selbst ernannten „deutschen Formel-1-Nationalmannschaft“ einleiten wollte. „Renn-Niederlagen bereiten mir körperliche Schmerzen. Dann tut mir alles weh und es ist besser, ich sperre mich selber eine Weile weg und bin nur für mich“, erklärte Haug. Nur ein Sieg in den drei Jahren - Nico Rosberg im April in China - konnte den Schmerz kaum lindern. „Natürlich hätte ich das Team gerne zum großen Erfolg geführt. Doch Mercedes wird auch ohne mich Weltmeister“, versicherte Haug.

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