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25. November 2012

Formel 1 Sebastian Vettel: Drei Sterne für die Ewigkeit

 Von Elmar Brümmer
Sebastian Vettel feiert seinen dritten Titel. Foto: Getty Images

Sebastian Vettel hat es als bislang jüngster Fahrer in der Formel 1 geschafft, den WM-Titel drei Mal in Folge zu gewinnen. Mit dem Erfolg lasten nun neue Erwartungen auf dem 25-Jährigen - das Triple sagt viel über ihn aus.

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São Paulo –  

Mit die größte Stärke von Sebastian Vettel ist es, sich blitzschnell auf neue Situationen einzustellen. Bitteschön, die hat er von nun an nicht nur auf der Rennstrecke: Der in Interlagos perfekt gemachte Titel-Hattrick katapultiert ihn schon nach 101 Formel-1-Rennen in eine ganz neue Sphäre. Denn nur Michael Schumacher und Juan-Manuel Fangio, den Granden des Grand-Prix-Sports, ist das Dreifach-Kunststück in Folge gelungen. Und überhaupt sind viele große Doppel-Weltmeister am dritten großen Ding gescheitert – ganz aktuell Vettels hartnäckiger Widersacher Fernando Alonso.

Das Triple ist nicht nur eine Frage des überlegenen technischen Konzepts, wie es Red Bull Racing – zum dritten Mal in Folge auch Konstrukteurs-Champion – vorgelebt hat. Selbstbewusstsein und Willen sind unabdinglich, und davon hat Vettel nach fünf Formel-1-Jahren noch reichlich im Tank. Niki Lauda, auch einer der Dreifachen, ist nicht bange um den Super-Seb: „Auch wenn es wie ein Klischee klingt, es steht außer Frage, dass Erfolg weiteren Erfolg bewirkt.“ Bei Vettel sieht der Österreicher keine Schwächen: „Er ist hinter dem Lenkrad absolut konzentriert und konstant, und außerhalb des Autos offen und freundlich. Wenn es etwas Egozentrisches gibt bei ihm, wie es bei den meisten Ausnahmefahrern der Fall ist, dann kann er es offenbar gut verbergen.“

Noch größere Ansprüche

Nun wird sich Vettel, der in Sachen historischer Vergleiche mehr Ausweichmanöver fährt, als auf der Strecke erlaubt wären, auf noch größere öffentliche Ansprüche einstellen müssen. erwartet werden weitere Bestmarken, die Begründung einer Ära. Den XXL-Maßstab liefert einer, der seine Karriere in Interlagos gerade beendet hat: Michael Schumacher.

Vettel versucht den Druck wegzulächeln: „Man kann sich doch schlecht hinstellen und sagen: Ich will so viele Titel wie Schumacher gewinnen. Das wäre vermessen, das entspricht nicht meiner Denkweise.“ Er verfolgt einen anderen Ansatz: „Eine Ära kann nur entstehen, wenn man sich auf den Moment konzentriert.“

Er lebt seinen Moment, es ist sein Momentum. 2013 ändern sich die Regeln kaum, das kommt der weiterhin amtierenden Nummer eins entgegen. Auch das spricht für eine neue, eigene Zeitrechnung – in Kombination mit dem wohl endgültigen Schumi-Abschied. Vettel mag nicht wie ein Alpha-Tier wirken, aber hinter dem jungenhaften Auftreten verbirgt sich sehr wohl die Härte gegen sich und andere, die alle ganz Großen in diesem Sport auch ausgezeichnet hat. In der Fähigkeit, auf Anhieb schnell zu sein, ganz besonders auf einer Qualifying-Runde, ähnelt der Heppenheimer mit Wohnsitz im schweizerischen Thurgau dem großen Ayrton Senna.

Sebastian Vettel zu seinem Sieg

Jedes Zeittraining funktioniert der Heppenheimer zum Wettstreit mit sich selbst um. Die Kompromisslosigkeit Vettels – in Duellen mit dem Teamkollegen Mark Webber aber auch bei Tempo 300 gegen Widersacher Alonso eindrucksvoll zur Schau gestellt – entspricht jener von Niki Lauda. Das für sein Alter ungeheure taktische Verständnis erinnert stark an Alain Prost, der den Beinamen „Professor“ trug. Auch im Red Bull-Team wird der nun dreimalige Weltmeister längst als Instanz anerkannt. Was schnurstracks wieder zu den Führungsqualitäten führt, wie sie ein Michael Schumacher definiert hat. Vom Selbstvertrauen und Selbstverständnis her gleicht Vettel daher dem Könner Jackie Stewart.

Die Parallelen zu denen, die als Superstars im Motorsport gelten, sind offensichtlich, und sie kommen natürlich nicht von ungefähr. Gewiss schmeicheln solche Vergleiche dem 25-Jährigen, aber er will sie noch nicht annehmen: „Zu allererst bin ich extrem glücklich und stolz, zu den 24 Fahrern zu gehören, die überhaupt ein Formel-1-Auto bewegen dürfen. Ich kenne die ganzen großen Namen aus meiner Kinderzeit, und ich habe nie realistisch davon geträumt, dass ich eines Tages mit ihnen in einem Atemzug genannt werde oder sogar Rekorde brechen würde. Ich empfinde das als Ehre.“ Er spielt gern mit den Medien, aber eigentlich will er nur kraft seines Tuns wahrgenommen werden, und das Wichtigste im Kollegenkreis ist für ihn der Respekt. Dementsprechend ist er kein über alle Maßen verehrter Champion, wie es Senna war, doch ein geachteter – wie Schumacher oder Prost.

Bürgermeister Rainer Burelbach zur Stimmung in Heppenheim

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hält seinen Schützling grundsätzlich für einen „bemerkenswerten jungen Mann“, sieht aber auch noch kein Ende der Formel Vau: „Er entwickelt sich als Fahrer und Persönlichkeit permanent weiter. In dieser Saison hat er nie aufgegeben, und sein Ziel mit großer Bestimmtheit verfolgt, ein extrem fokussierter Job. Die Formel 1 erlebt gerade eine großartige Zeit, mit so vielen starken Fahrern im Feld. Das macht sein Verdienst, den Titel gewonnen zu haben, umso größer. Einen besseren Botschafter für unseren Sport kann man sich nicht vorstellen.“

Sebastian Vettel selbst ahnt: „Ich glaube, dass ich einen der besten Jobs auf der Welt habe.“ Jetzt sogar einen mit drei Sternchen.

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