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05. November 2012

Formel 1: Vettel in echter Champion-Manier

 Von Elmar Brümmer
Im Champion Modus: Sebastian Vettel attackiert Jenson Button. Foto: Getty Images

Kimi Räikkönen gewinnt zwar das Rennen, im Mittelpunkt steht in Abu Dhabi aber Sebastian Vettel: Dem Heppenheimer gelingt eine der spektakulärsten Aufholjagden der Formel 1. Insgesamt macht Vettel 32 Plätze gut - und verteidigt so seine WM-Führung.

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Abu Dhabi –  

Das Rennen, das im Zwielicht endete, sah gleich drei strahlende Rennfahrer: Kimi Räikkönen, der den ersten Lotus-Sieg seit 1987 einfuhr, Fernando Alonso, der sich dank neuer Ferrari-Flügel auf Platz zwei schob – und natürlich Sebastian Vettel, der beim Großen Preis von Abu Dhabi als 24. gestartet war und als sensationeller Dritter ins Ziel kam. Insgesamt machte der Hesse während des Rennens 32 Plätze gut, damit hat der Titelverteidiger trotz der ungünstigsten Ausgangslage nur drei Zähler seiner komfortablen Führung verloren.

Eine unfassbare Leistung und der bisherige Höhepunkt dieser Formel-1-Weltmeisterschaft, die erst bei den letzten beiden Rennen in Nord- und Südamerika entschieden wird. Vettel führt bei noch 50 zu vergebenden Zählern mit 255:245 Punkten gegen Alonso. „Was für ein verrücktes Rennen“, sagte Vettel. Vom Desaster zum Master.

"Alles oder nichts"

Über Boxenfunk kommentierte der Red-Bull-Pilot seiner Mannschaft das, was er zuvor erlebt hatte: „Ich hab’s Euch gesagt, Jungs – wir dürfen niemals aufhören, an uns zu glauben.“ Diesen Schwung muss er nun mitnehmen, um den Hattrick zu schaffen: „Für mich ging es nur noch darum, volle Attacke zu fahren, alles oder nichts.“ Davon, dass er schon bei der Formel-1-Premiere in Texas in zwei Wochen vorzeitig Champion werden kann, will er aber nichts hören: „Wir haben heute mal wieder gesehen, wie schnell sich alles verändern kann.“ Ein großer Fahrer in einem großen Auto.

Was auch für den aggressiven Comebacker Kimi Räikkönen gilt, der nach seiner zweijährigen Pause das geschafft hat, was Michael Schumacher verwehrt blieb. „Ein guter Sonntag“, sagte Alonso, „das war unser Maximum.“ So wie er den Pokal für den Zweitplatzierten in den Nachthimmel über der Wüste stemmte, wird er sich damit nicht zufriedengeben.

Zahlreiche Unfälle

Das Drama von Vettel hatte seinen Ursprung am Samstag, als er nach seiner letzten Qualifikationsrunde wenige hundert Meter vor der Einfahrt in die Boxengasse seinen Red Bull auf Geheiß der Box auf dem Randstreifen abstellte. Eine Vorsichtsmaßnahme, weil kaum noch Sprit im Tank war, und der Motor in Gefahr war. Die Rennkommissare berieten vier Stunden, und ließen das Benzin abpumpen. Ein Liter muss mindestens noch drin sein, das ist die Regel. Im RB8 wurden aber nur noch 825 Milliliter gemessen, ein Schlückchen also, das fehlte. Damit war vier Stunden nach Ende des Qualifyings aus dem dritten Platz die letzte Startposition geworden. Eine peinliche Panne für das Championteam. Eine, die diese WM noch entscheiden kann.

Vettel durfte dann als vorletzter aus der Boxengasse starten und hetzte dem Feld hinterher. Dort hatte sich Lewis Hamilton sofort an die Spitze gesetzt, Alonso schoss von sechs auf vier vor. Das Fernduell begann. Und die Kameras zeigten einen ramponierten rechten Frontflügel am RB 8, im Hinterfeld empfiehlt sich immer Vollkasko. Nach neun Runden musste Nico Rosberg diese Erfahrung machen, als er auf der Ideallinie in den HRT von Narain Karthikeyan knallt, spektakulär über dessen Auto fliegt und in die Barrieren knallte.

„Ich habe nur noch blauen Himmel gesehen“, stöhnte der sichtlich geschockte Mercedes-Pilot hinterher. Den Inder traf keine Schuld, bei ihm war die Lenkung gebrochen. Kollege Michael Schumacher war auf Punktekurs, ehe ihn ein Plattfuß zurückwarf. Er wurde in seinem drittletzten Rennen Elfter.

Drei Runden vor Ende an Button vorbei

Ein dritter Platz, der wie ein Sieg schmeckt: Sebastian Vettel.
Ein dritter Platz, der wie ein Sieg schmeckt: Sebastian Vettel.
Foto: dpa

Die Safety-Car-Phase brachte Sebastian Vettel, mittlerweile Zwölfter, noch näher heran. Aber nicht für lange, denn beim Reifenaufwärmen wurde ausgerechnet Daniel Ricciardo aus dem Red-Bull-Juniorteam Toro Rosso so langsam, dass der Heppenheimer hektisch ausweichen musste und eine Bremsmarke umfuhr. Jetzt musste er wirklich in die Box, den Frontflügel wechseln. Die Aufholjagd begann von vorn. Kurz nach dem ersten Renndrittel wurde es dramatisch: Hamilton rollte ohne Power aus, Räikkönen übernahm die Führung und Alonso war Zweiter – damit wäre der Spanier in der WM plötzlich wieder mit fünf Punkten vorn gewesen.

Aber es ging weiter munter durcheinander auf der Wüsteninsel, immer wieder war Vettels Adjutant Mark Webber bei diversen Crashs und Drehern im Spiel. Und sorgte so mit dafür, dass der Titelverteidiger sich plötzlich sogar auf dem zweiten Platz wiederfand, auch weil Alonso zum Reifenwechsel musste. Doch auch Vettel musste noch mal raus, in Runde 38 war es so weit, und der Heppenheimer kam als Vierter wieder heraus.

Wieder schob sich das Feld zusammen, als in der 39. Runde nach einer Massenkarambolage erneut das Safety Car ausrücken musste. Während Alonso nicht an Räikkönen herankam, schob sich Vettel bis auf eine halbe Sekunde an den McLaren von Jenson Button heran. Und lebte seinen ganzen Frust über den verkorksten Beginn dieses Wochenendes im Angriffsmodus aus und ging in der drittletzten Runde außen vorbei. In echter Champion-Manier.

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