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27. November 2012

Pleite der Rennstrecke: Nürburgring vor der Rettung

Am Nürburgring ist eine Einigung mit den Sanierern erzielt worden.  Foto: dpa/Archiv

Die insolvente Nürburgring-Gesellschaft und der private Betreiber schließen im Pachtstreit einen Vergleich. Damit sind die Veranstaltungen vorerst gesichert. Die Verhandlungen über ein Formel-1-Rennen können somit weiterlaufen.

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Mainz –  

Durchbruch am Nürburgring: Im Pachtstreit an der Traditionsrennstrecke hat es am Dienstag eine Einigung gegeben. Das teilten die privaten Betreiber und die Sanierer der staatlichen und insolventen Nürburgring GmbH unabhängig voneinander mit. Unklarheiten gab es zunächst über den verbleibenden Einfluss der bisherigen Betreiberfirma Nürburgring Automotive GmbH (NAG).

Während die NAG mitteilte, sie werde „weiterhin an der Traditionsrennstrecke präsent“ sein, hieß es von den Sanierern, sie würden das operative Geschäft übernehmen und nahtlos weiterführen. Den Angaben der Sanierer zufolge gilt der Vergleich rückwirkend zum 31. Oktober. Damit werde der Weg für eine EU-konforme Ausschreibung freigemacht. Die Geschäftsführung auch für den Betrieb der Rennstrecke inklusive aller Veranstaltungen liege künftig beim Sanierungsgeschäftsführer Thomas B. Schmidt, sagte ein Sprecher der Insolvenzexperten.

Veranstaltungen gesichert

Damit widersprach er der Meldung der NAG, nach der die bisherige operative NAG-Geschäftsführung der neuen Betreibergesellschaft zur Verfügung gestellt werde, um das Tagesgeschäft zu gewährleisten. „Die Einigung mit der NAG beseitigt die Unsicherheit am Nürburgring und ist ein deutliches Signal für die Veranstalter“, sagte Schmidt. Sie hätten nun die notwendige Rechts- und Planungssicherheit. Zugleich versicherte Schmidt, dass alle NAG-Mitarbeiter zu gleichen Konditionen übernommen würden.
Der Sachwalter der Nürburgring GmbH, Jens Lieser, betonte: „Damit sind die Weichen für den anstehenden Investorenprozess gestellt.“ Den Angaben zufolge soll das Bieterverfahren bereits im März kommenden Jahres beginnen. Dieses werde „transparent, diskriminierungsfrei, europaweit und EU-konform stattfinden“, unterstrich Lieser. Die NAG kündigte unterdessen an, sich bei dem Ausschreibungsverfahren um den Nürburgring zu bewerben.

NAG verhandelt über Formel 1

Teil der notariell beglaubigten Einigung ist auch ein mögliches Formel-1-Rennen. Die Chefs der NAG, Jörg Lindner und Kai Richter, dürften weiter mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone über ein Rennen im kommenden Jahr verhandeln. Gelinge es ihnen nicht, einen Vertragsabschluss zu erzielen, werde aber die neue Betreibergesellschaft als Tochterunternehmen der Nürburgring GmbH die Gespräche aufnehmen.
Ein weiterer Punkt des nun geschlossenen Vertrages betrifft die Gastronomie und einige Hotels an der Rennstrecke: Die Lindner Hotel AG werde die beiden Nürburgring-Hotels und den Ferienpark mit einem Interimsvertrag weiterführen. Das gelte allerdings nur so lange, bis ein neuer Investor gefunden sei, teilten die Sanierer mit. Ihr Sprecher unterstrich, dass dieser Vertrag längstens bis Ende 2015 gelte und bereits Ende 2013 vorzeitig gekündigt werden könne.

Räumungsklage vom Tisch

Hintergrund des Streits waren ausstehende Pachtzahlungen der NAG für den weitgehend landeseigenen Nürburgring, weshalb das Land Rheinland-Pfalz den privaten Pächtern noch vor der Insolvenz im Sommer gekündigt hatte. Dagegen wehrten sich diese jedoch, woraufhin die Landesregierung eine Räumungsklage beim Landgericht Koblenz eingereicht hatte. Diese ist mit der jetzt getroffenen Einigung vom Tisch.

Die Sanierer machten keine konkreten Angaben über die Höhe der Zahlungen an oder von Lindner und Richter. Ihr Sprecher betonte lediglich, dass es keinen „goldenen Handschlag“ gegeben habe. Das Onlineportal „Spiegel Online“ hingegen berichtete am Dienstag, dass Lindner und Richter von 12 Millionen Euro aufgelaufener Pacht nur 5,5 Millionen Euro zahlen müssten. Dem Bericht zufolge müssen sie außerdem die einst vom Land erhaltene Tourismusabgabe von 3,2 Millionen Euro erstatten. Zudem sei ein Ausgleich von 51.000 Euro pro Monat fällig, wenn Lindner und Richter früher die Hotels und Gastronomiebetriebe freigeben müssten. (dpa)

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