Kunst

24. Oktober 2012

Munch-Gemälde in New York ausgestellt: Menschen stehen Schlange für den "Schrei"

Edvard Munchs "Der Schrei" wird bis April 2013 im Museum of Modern Art in New York ausgestellt.  

"Der Schrei" von Edvard Munch ist das teuerste jemals bei einer Auktion versteigerte Bild. Seit Mittwoch wird es im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) der Öffentlichkeit präsentiert.

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Dutzende Menschen strömten pünktlich zur Öffnungszeit des Museums um 10.30 Uhr (Ortszeit) in die fünfte Etage, wo das Werk gemeinsam mit einer Reihe von Drucken des norwegischen Malers ausgestellt ist. Auf der Straße vor dem mitten in Manhattan liegenden Museum bildeten sich lange Schlangen. «Dieses Werk hier zu haben, bedeutet eine enorme Chance für den normalen Menschen, den Unterschied zwischen einem Bild auf einer Postkarte oder auf dem Computer und dem Original zu verstehen», sagte die Chefkuratorin für Gemälde und Skulpturen, Ann Temkin.

Das auffallend bunte Pastell-Bild hängt in einem schlichten Holzrahmen allein an einer grauen Zwischenwand. An den anderen Wänden des Raums wird das Werk durch elf weitere Lithographien, Ölgemälde und Drucke Munchs ergänzt. Gleich in der Nachbarschaft hängen weitere weltberühmte Werke von Künstlern wie Pablo Picasso, Henri Matisse und Vincent van Gogh. «Wir wollten das Bild in einen Kontext setzen», sagte Temkin. «Munch war als Künstler niemals isoliert.» Geschützt wird das Werk von einem Plexiglas-Kasten. Ansonsten verlasse sich das Museum auf die normalen Sicherheitsvorkehrungen, sagte Temkin. «Wir haben immer Massen von Menschen hier und unbezahlbare Kunstwerke. Das ist unser Job.»

Vier Versionen existieren

Der Norweger hat von seinem berühmtesten Werk «Der Schrei» - das nach der «Mona Lisa» als das bekannteste Bild der Welt gilt - vier Versionen gemalt. Drei davon befinden sich in seiner norwegischen Heimat und reisen selten. Das Vierte ist das bunteste - und das einzige in Privatbesitz. Im Mai wurde es für eine Rekordsumme von fast 120 Millionen Dollar (rund 90 Millionen Euro) versteigert. Wer es gekauft hat, war auch zu Ausstellungsbeginn weiter unklar. Medienberichten zufolge könnte es sich um den New Yorker Finanzmanager Leon Black handeln, der auch im Aufsichtsrat des MoMAs sitzt. Weder Black noch das MoMA haben das aber bislang bestätigt.

«Der Schrei», der zuvor noch nie in New York ausgestellt war, wird bis zum 29. April 2013 zu sehen sein. (dpa)

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