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Musik

21. November 2012

„Abbey Road Sessions“: Kylie Minogue auf den Spuren der Beatles

 Von Robert Rotifer
Kylie Minogue mit Vintage-Frisur und passendem Mikrofon. Foto:  EMI

Kylie Minogue präsentiert ihr neues Album „Abbey Road Sessions“ - mit gänzlich unelektronischen, teils mit Streichern, Bläsern und Chören aufpolierten, teils akustisch reduzierten Neubearbeitungen ihrer alten Schlager.

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Kylie Minogue präsentiert ihr neues Album „Abbey Road Sessions“ - mit gänzlich unelektronischen, teils mit Streichern, Bläsern und Chören aufpolierten, teils akustisch reduzierten Neubearbeitungen ihrer alten Schlager.

Wir sind hier auf geheiligtem Boden“, erklärt Kylie Minogue der kleinen Runde von Journalisten aus halb Europa, die sich in den Londoner Abbey Road Studios rund um sie versammelt hat. Als Kind habe sie die Beatles-Platten ihres Vaters wieder und wieder angehört, vor allem „Eight Days A Week“. Nie hätte sie damals zu träumen gewagt, dass aus ihr eines Tages eine Sängerin und Schauspielerin werden könnte und sie deswegen sogar „einige Male Paul McCartney treffen“ würde.

Nichts an Kylie Minogues bisherigem Lebenswerk hat je Ambitionen erahnen lassen, in den Fußstapfen der Beatles zu wandeln, aber ihr neues Album „The Abbey Road Sessions“ kokettiert mit dem pop-historischen Nimbus des gleichnamigen Ortes, an dem unter anderem die Beatles sämtliche ihrer Platten aufnahmen. Zum 25-jährigen Jubiläum ihrer Gesangskarriere, von der Marketing-Abteilung griffig „K25“ betitelt, hat die Australierin nun ebendort eine gänzlich unelektronische, teils mit Streichern, Bläsern und Chören aufpolierte, teils akustisch reduzierte Neubearbeitung ihrer alten Schlager aufgenommen.

Sie erfülle damit einen lang gehegten Publikumswunsch, sagt Minogue. Jener Song, für den sie auf ihrer letztjährigen „Aphrodite“-Tour am meisten Lob bekam, sei ausgerechnet „If You Don't Love Me“ gewesen, „ein Lied, das ich alleine am Klavier sang, völlig außer Atem, weil ich davor gerade eine Million andere Dinge erledigt hatte, zum Beispiel auf dem Rücken eines Engels durch den Raum zu schweben.“

Wieder eine Dance-Pop-Platte

Im Alter von 44 Jahren, nach Jahrzehnten der Bühnengymnastik und Überwindung einer 2005 diagnostizierten schweren Krebserkrankung, wäre eine Zuwendung zu einer gesetzteren Präsentationsform nur allzu verständlich. Aber davon will Kylie Minogue nichts wissen. Genauso wie die schon erwähnte Klavierballade nur als Verschnaufpause im Zusammenhang einer hochenergetischen Live-Show funktioniere, müsse auch ihr nächstes Album wieder eine Dance-Pop-Platte werden: „Meine Fans brauchen die Sicherheit, dass ich sie auf dem Dancefloor nicht allein lasse.“

Die anwesende – rein männliche – Klatschjournaille interessiert indessen mehr, warum Kylie noch immer nicht geheiratet und keine Kinder habe. Einer der Reporter testet gar die dreiste These, ob der Kampf gegen ihren Brustkrebs sie „von einem Star in eine echte Frau verwandelt“ habe. „Ich war immer schon echt“, entgegnet Minogue. „Glauben Sie mir, wenn ich nach Hause komme, die Stöckelschuhe, die Frisur und das Make-Up ablege, bin ich sehr langweilig und normal.“
„Ja, jetzt vielleicht“, beharrt der Interviewer, „aber vor ihrer Krankheit waren Sie anders?“

Seit einem Vierteljahrhundert lebt Kylie Minogue nun schon in der kuriosen Welt eines Pop-Superstars. Sie ist Frechheiten jeder Art gewohnt und begegnet ihnen konsequent mit unerschütterlicher Freundlichkeit. „Aber eines“, sagt sie, „kann ich Ihnen garantieren: Wenn eines Tages einmal jemand ein Filmbiografie von mir macht, wird die rein gar nichts damit zu tun haben, wie ich wirklich war.“

Kylie Minogue: The Abbey Road Sessions (Parlophone/EMI).

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