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Musik

15. Februar 2011

Chanson-Rock meets Multikulti-Band: Die Wüste lebt

 Von Gerd Döring
Begeistert mit ihrem Chanson-Rock in der Brotfabrik: Marianne Dissard. Foto: MarianneDissard.com

Marianne Dissard und der Bertholini-Clan unterhalten prächtig in der Brotfabrik.

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Frankfurt –  

Zwei auf den ersten Blick sehr gegensätzliche Acts hat man in der Frankfurter Brotfabrik zusammengespannt: Hier die Diseuse in Schwarz und Rot mit ihrem ganz unfranzösischen Chanson-Rock, dort „The Great Bertholinis“, eine Multikulti-Band aus Franken, die sich mit Balkan- und Vaudeville-Klängen austobt.

Zu Beginn das Abends steht Marianne Dissard auf der Bühne, deren Wahlheimat man auf ihrem T-Shirt ablesen kann. Lange Jahre hat die Französin im Südwesten der USA verbracht, hat viel mit den Musikern von Calexico zusammengearbeitet. Sehr charmant verbinden sich in ihrer Musik Musette und Red River Rock. Das hat nur wenig zu tun mit dem süßlichen Flüstern vieler ihrer Kolleginnen. Auch untermalt sie die Texte ihrer Lieder mit grimmigen Gesten. Viele der Songs vom neuen Album „L’Abandon“ sind düster gestimmt, auch wenn sie flott daherkommen.

Mit ihr auf der Bühne stehen nun nicht die Musiker, mit denen sie ihre aktuelle CD eingespielt hat, sondern eine junge Band aus ihrer Wahlheimat, verstärkt um den Multiinstrumentalisten Olivier Samouillan. Der bringt mit Geige und Piano ein wenig Hochkultur in den ansonsten sehr trocken und federnd gespielten Wüstenrock. Das kommt überraschenderweise weitaus lebendiger daher als auf CD. Ein Eindruck, den offenkundig auch Marianne Dissard gewonnen hat und den sie mit einer ungewöhnlichen Maßnahme bekräftigt: Im Internet gibt es als kostenlosen Download eine revidierte Version der CD, eingespielt mit jungen Musikern aus Tucson (mariannedissard.com). Brian Lopez ist darunter, der eine geschmeidige Ibanez-Gitarre spielt, hinzu kommen in Frankfurt Sergio Mendoza (drums) und Gabriel Sullivan (Kontrabass), ein lässiges Rhythmus-Duo.

Reichlich Hip(pie)ness

„Boules de savon“, gesungene Seifenblasen, lässt Dissard aufsteigen mit ihrem letzten Chanson, bevor dann Todor, Oszkár, János, József, Zoltán, Sándor, Gábor und László Bertholini die Bühne betreten. Ein Oktett, das sich mit Finesse und einer Vielzahl an Instrumenten durch die Stile bewegt. In den in sattem Bigband-Sound vorgetragenen Songs begegnen sich Funk und Klezmer, Polka und Rock. Es ist eine überaus partytaugliche Musik, die der Bertholini-Clan seit ein paar Jahren auf einer unendlichen Tour von Annaberg-Buchholz bis Zwickau zum Besten gibt. An die Kollegen der Mardi Brass Bigband mag die Combo aus Nürnberg nicht heranreichen, aber die von den beiden Sängern Todor und Oszkár vorgetragenen Songs laden nicht nur zum Tanzen ein, sie haben auch Witz. In dem locker vorgetragenen Stilmix schwingt reichlich Hip(pie)ness mit.

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