Irgendwie kamen einem die Namen der kammermusikalischen Mitspieler Christian Zacharias, des diesjährigen Artist in Residence beim „Auftakt“ der Alten Oper Frankfurt gleich bekannt vor. Und tatsächlich, wie Phönix aus der Asche sind sie, abzüglich ihres Primarius, wieder da: die Mitglieder des Alban Berg Quartetts, das sich letztes Jahr offiziell aufgelöst hatte.
Gerhard Schulz, Isabel Charisius und Valentin Erben also als namenloses Alban Berg Trio waren die Kombattanten bei Wolfgang Amadeus Mozarts g-Moll-Klavierquartett KV 478. Dass hier eine wie mit einer Stimme spielende Vereinigung agierte, das war auch ohne die reine Feststellung der Identität sofort spürbar – weit entfernt war das von dem, was weniger gut eingespielte Besetzungen häufig bieten, die oft unter den eigensinnigen Artikulationen der kurzfristiger zusammengewürfelten Solisten leiden.
Es war wie in alten Alban-Berg-Quartett-Zeiten: absolut geschmeidiger und homogener Klang bei hoher satzinterner Ausdifferenzierung. Das satte und zugleich kristalline Spiel Zacharias’ harmonierte perfekt. Mit Gioacchino Rossinis Duett für Cello und Kontrabass wurde das begeisterte Publikum in die Pause entlassen – mit dem Nachgeschmack eines Schmankerls, das der musikalische Gourmet Rossini wie eine cholesterinschwere Praline gestaltet hatte. Makellos war die Tief- und Tiefsttöner-Manier, die neben Valentin Erben den Kontrabassisten Alois Posch ins Spiel brachte. Mit von der Partie war der auch bei Schuberts Forellen-Quintett, wo das populäre Klangtier nicht im trüben Schwermut-Gewässer kreiste, sondern munter und manchmal fast hechtsreif in glasklarem, fein bewegtem Motivgewässer unterwegs war.