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Mainzer Dom-Jubiläum: 1000 Jahre Nachhall

Der Mainzer Dom feiert 1000-jähriges Stehen, und dem ZDF kommt als Veranstalter die Aufgabe zu, das Jubiläumskonzert auszurichten. Das Geschehen folgt dann auch ganz dem Design eines "Fernsehkonzerts". Von Stefan Schickhaus

Der Mainzer Dom feiert Geburtstag.
Der Mainzer Dom feiert Geburtstag.
Foto: dpa

Das ZDF weiß, wie man eine Couch prominent besetzt. Bei "Wetten dass..." sitzen die so genannten Wettpaten ratlos vor dem Prinzip der Sendung, und ähnlich ratlos konnte der Konzertgänger jetzt gewesen sein, als er sich dem Aufgebot an Klassikstars gegenüber sah, das das ZDF in den Mainzer Dom geladen hatte.

Denn der Dom feiert 1000-jähriges Stehen, ZDF-Intendant Markus Schächter ist auch Vorsitzender der Stiftung Hoher Dom zu Mainz. 1000 Jahre Kirchenmusik sollte erklingen, und die Stars dafür sind nicht als aktive Kirchenmusiker bekannt: Sopranistin Diana Damrau und ihre lettische Mezzo-Kollegin Elina Garanca ebenso wenig wie Rolando Villazón, der allerdings wegen einer Operation ersetzt werden musste durch US-Tenor Matthew Polenzani. Alison Balsom, die Anna Netrebko die Trophäe Classical Brit Award 2009 als "Female Artist of the Year" wegschnappte, blies die Trompete dazu.

Nicht das Konzert im Mainzer Dom stand für den Veranstalter ZDF im Vordergrund, sondern die Ausstrahlung am Himmelfahrtstag. So folgte das Geschehen ganz dem Design eines "Fernsehkonzerts": Attraktiv waren die Stars, populär die Musikausschnitte, egal der Klang vor Ort. Den 1000 Jahren Dom entsprach eine ähnlich lange Nachhallzeit, was einen Rasantsatz wie das Finale aus Mozarts "Jupiter"-Sinfonie, vital aufgespielt von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter Louis Langrée, im allgemeinen Mulm des Raumes verschwinden ließ. Am Donnerstag im Fernsehen wird das ganz anders klingen.

Eineinhalb Minuten Gregorianik

1000 Jahre Kirchenmusik bedeutete hier: Eineinhalb Minuten Gregorianik, zweieinhalb Renaissance sowie Highlights wie Händels "Halleluja" (gesungen von den Mainzer Domchören), Mozarts "Ave verum", Faurés "Pie Jesu", Mascagnis "Ave Maria" und etliche bekannte Dreiminüter mehr.

Am Einstieg der Trompeterin Alison Balsom in Händels "Let the bright Seraphim" und an manchen Verzierungen muss die Tontechnik noch feilen; die beiden Warmtonwunder Diana Damrau und Elina Garanca können dagegen ungeschnitten in die Ausstrahlung gehen, ihre Bühnenpräsenz macht in jedem Raum gute Figur. Und Matthew Polenzani, derzeit an der Oper Frankfurt in einer "Lucia"-Produktion, nutzte die Chance des Einspringers. In seiner Arie "Mit Würd' und Hoheit angetan" aus Haydns "Schöpfung" zeigte der Tenor eine ganz offene, helle, ja aristokratisch edle Stimmfarbe.

Im ZDF am 21. Mai, 12.20 Uhr.

Autor:  STEFAN SCHICKHAUS
Datum:  19 | 5 | 2009
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