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Musik

23. Februar 2016

Roger Hodgson in der Alten Oper: Supertramp rauf und runter

 Von Volker Schmidt
Roger Hodgson, hier auf einem Festival in Marokko.  Foto: REUTERS

Roger Hodgson ist schon lange solo, spielt aber in Frankfurts Alter Oper die guten alten Hits, die er ja in der Mehrzahl einst geschrieben hat.

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Es gibt Musiker, die erfinden sich immer wieder neu. Es gibt Singer-Songwriter, die in gereiften Jahren einen anderen Blick auf ihr Lebenswerk wagen. Und es gibt Roger Hodgson.

Der ehemalige Supertramp-Sänger tritt in Frankfurts Alter Oper inmitten giftgrün, kitschlila oder puffrot beleuchteter Zimmerpalmen auf, einen Schriftzug im Hintergrund, der schon in den frühen 80ern nicht als besonders geschmackvoll durchgegangen wäre. Wie war das im Slogan des Konzertpartners hr1: „Aber die Musik bleibt geil“. Darauf setzt Hodgson. Und spielt alles wie immer seit 1969.

Supertramp war einer der Gründe, warum der Punk erfunden wurde, als Gegenbewegung zum als prätentiös verschmähten Schnörkel-Pop und Prog-Rock der späten 70er. Die Frontmänner Rick Davies und Roger Hodgson firmierten zwar als Autorenduo, aber jeder schrieb und sang nach dem Lennon/McCartney-Prinzip seine eigenen Songs. 1983 stieg Hodgson aus, Versuche der Wiedervereinigung scheiterten an tiefen Differenzen der Bandköpfe.

Allemal zum Vergnügen

Das hindert Hodgson nicht daran, zum Vergnügen der rund 2200 Zuhörer den Supertramp-Katalog rauf und runter zu spielen: Schließlich hat er die meisten Hits geschrieben. Vor allem die vom 1979er-Album „Breakfast in America“, neben dem Titelsong auch „Take the Long Way Home“ und „The Logical Song“. Auch das Instrumentalepos „Fool’s Ouverture“, „School“ und „Sister Moonshine“ fehlen nicht. Aus den immerhin 33 Jahren Solo-Karriere nur wenige Titel, „The Awakening“ etwa oder „Lovers in the Wind“.

Neben Hodgson an Keyboard und Gitarre stehen Musiker auf der Bühne, die das Management zu Recht für nicht weiter nennenswert hält, Schlagzeug, Keyboards, Bass. Nur Drittkeyboarder und Bläser Aaron Mcdonald, mit dem Hodgson auch als Duo tourt, erntet für seine Beiträge auf Saxofonen aller Tonlagen, Bluesharp, Pennywhistle und Melodica zu Recht Extraapplaus.

Zum Aufstehen aufgefordert

Hodgson muss das Auditorium in der leider mal wieder komplett bestuhlten Alten Oper bei schnelleren Nummern ausdrücklich zum Aufstehen auffordern. Das liegt aber auch an einer nicht eben stimmungsfördernden Dramaturgie, wie er selbst bemerkt: „Up, down, ich weiß – jetzt ist trotzdem wieder eine Ballade dran.“ Die hohe Stimme sitzt auch im 66. Lebensjahr noch wunderbar.

Mehrfach widmet Hodgson seine Titel Leuten, die sie sich auf Facebook gewünscht haben. Das soll wohl so aussehen, als richte sich die Auswahl nach den Vorlieben der Fans – sie ist aber nahezu identisch mit den anderen Konzerten der Europatour. Bis hin zu den Zugaben: „Two Of Us“, das Gute-Laune-Sing-Along-Liedchen „Give A Little Bit“ und „It’s Raining Again“. Draußen regnet’s dann auch.

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