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Musik

28. Dezember 2015

Roland Schneider ist tot: Zum Tod des Jazzers Roland Schneider

 Von Hans-Jürgen Linke

Zu Hause im Wandel: Der zwischen Mainstream und Bebop höchst wandlungsfähige Jazz-Pianist Roland Schneider ist in Friedberg gestorben

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Die Swing Cats brachten den Durchbruch, das war 1961. Roland Schneider gewann mit dieser Band den Wettbewerb des Deutschen Amateur Jazzfestivals in Düsseldorf. Von da an machte er nur noch die Musik, zu der ihn einige Lebens-Umwege geführt hatten, zu seinem Beruf.

Geboren 1937 in Limburg an der Lahn, dort und in der Jazz-Metropole Frankfurt aufgewachsen, hatte er zunächst für den Schulorchester-Gebrauch Violine und Bratsche gelernt, später in Frankfurt versuchte er es mit Saxophon und Kontrabass und landete schließlich am Klavier. Mit 18, mitten im Dixie-Revival, gründete er die Burgundy Street Paraders, die traditionellen Jazz spielten, aber er spürte bald: „Das war nicht das, was ich wollte“. Die Swing Cats kamen dem näher.

In der Jazz-Kneipe „Storyville“ lernte er den amerikanischen Klarinettisten Albert Nicholas kennen, der ihn zu der grenzüberschreitend renommierten Dutch Swing College Band brachte. Nicholas war es auch, der Roland Schneider mit dem Golden Gate Quartet bekannt machte. Vier Wochen wurde in Paris geprobt, dann ging es drei Jahre lang auf Tournee.

Schneiders Wandlungsfähigkeit als Pianist zwischen Mainstream und Bebop war es, die ihm seit den 60er Jahren immer wieder zu erstaunlichen Begleitcombo-Jobs verhalf, etwa mit Eartha Kitt und den Mills Brothers.

Seine Heimat war bei den Hot Swingers

Seine musikalische Heimat aber hatte er bei den Hot Swingers, zu denen Gustl Mayer, Klaus Lohfink, Herbie Hess und Ara Berk gehörten. Er trat mit Jazz-Größen wie Charly Antolini, Conny Jackel oder Günter Lenz auf, komponierte und arrangierte, arbeitete als Studiomusiker, war bei der Bellaphon („als Mädchen für alles“) beteiligt, und wenn man ihn fragte, ob er Lust auf ein neues Projekt habe, sagte er fast nie nein.

Roland Schneider ist nach langer Krankheit am 25. Dezember in Friedberg gestorben. Dem Journalisten Andreas Obst verriet er vor langer Zeit: „Wenn ich einmal in den Himmel komme, gründe ich zusammen mit Louis Armstrong eine Band.“

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