Der deutsche Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) startet in diesem Jahr mit 20 Kandidaten. Von dieser Woche an ermitteln insgesamt acht Auswahl-Shows auf ProSieben und in der ARD den deutschen Nachfolger für Lena Meyer-Landrut beim ESC am 26. Mai in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku, wie die Produktionsfirma Brainpool am Montag in Köln mitteilte.
Die von Stefan Raab produzierte Auswahl-Show „Unser Star für Baku“ will dabei nach eigenen Angaben weltweit erstmals im Fernsehen das Abstimmungsverhalten der Zuschauer in Echtzeit ermitteln. Während der Sendung würden die telefonischen Abstimmungen innerhalb von nur fünf Sekunden gewichtet. Damit gebe es ein direktes Live-Ranking.
„Das ist die Einführung der Blitz-Tabelle in die Unterhaltung“, sagte Raab bei der Vorstellung der Sendung. Erstmals werde ein Musik-Wettbewerb wie eine Sportveranstaltung übertragen, bei der das Ergebnis ja auch jederzeit bekannt sei. Raab: „Der Zuschauer sieht jederzeit, welchen Einfluss sein Anruf auf das Rennen hat.“
Jury-Chef des Vorentscheids ist diesmal der Rap-Musiker Thomas D, seine „Beisitzer“ sind Raab sowie die Sängerin Alina Süggeler von der Popband Frida Gold. Die 20 Kandidaten treten gestaffelt an diesem (12. Januar) und am kommenden Donnerstag (19. Januar, jeweils 20.15 Uhr) auf Pro Sieben an. In jeder der beiden Sendungen kommen nur jeweils fünf weiter. Die Kandidaten wählen ihre Songs, mit denen sie auftreten, selbst aus.
Finale am 16. Februar
In den folgenden Sendungen wird die Zahl der Favoriten immer kleiner, bis schließlich die beiden Top-Kandidaten am 16. Februar im Finale stehen. Die Jury kommentiert die Auftritte, während die Kandidatenauswahl Sache der Zuschauer ist. Pro Sieben überträgt sechs der Shows. Die ARD zeigt das Viertelfinale und das Finale.
Thomas D sieht für Deutschland gute ESC-Chancen: „Wir haben viele Talente. Es sind allesamt tolle Sänger“, beschrieb er die ausgewählten Teilnehmer. „Wir werden dort hingehen und zeigen, dass es ein toller Künstler ist, den wir gefunden haben.“
Der ESC findet 2012 erstmals in Aserbaidschan statt, nachdem das Land im Vorjahr mit dem Duo Ell und Nikki den Wettbewerb gewonnen hatte. Lena Meyer-Landrut, die Deutschland 2010 erstmals seit rund 30 Jahren wieder einen ESC-Sieg beschert hatte, war im Vorjahr erneut angetreten und erreichte Platz zehn.