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Musik

25. März 2016

Sunrise Avenue in Frankfurt: Da will eh keiner sitzen

 Von Volker Schmidt
Samu Haber von Sunrise Avenue in der Festhalle in Frankfurt.  Foto: imago/Hartenfelser

Sunrise Avenue macht was her in der ausverkauften Frankfurter Festhalle und bietet auch Gelegenheit zur nächsten Nähe.

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Es beginnt mit einer Silhouette: Von hinten angestrahlt, steht Samu Haber als Schatten auf der Bühne der ausverkauften Frankfurter Festhalle. Nach den ersten Zeilen von „Wonderland“ geht der Vorhang auf und gibt den Blick frei auf das gut 30-köpfige „Wonderland-Orchestra“, mit dem Sunrise Avenue auf Tour ist. Beziehungsweise war: Das Konzert in Frankfurt war die vorletzte Station. Die Routine war den fünf Finnen und dem Orchester anzumerken: Musikalisch und dramaturgisch perfekt inszeniert trieben sie ihre Fangemeinde in fast zweieinhalb Stunden durch 21 Songs aus vier Alben.

Für Laien: Samu Haber ist der Wuschelkopf aus der Jury der Casting-Show „The Voice Of Germany“. Das „Forever Young“-Tattoo auf dem Unterarm ist Programm, Lausbubencharme, Schlafzimmerblick und der niedliche Akzent locken viele Frauen und noch mehr Mädchen ins Auditorium. Seit dem ersten Album „On the Way to Wonderland“ von 2006 basteln Sunrise Avenue aus Pop, Rock und hymnischen Refrains einen wenig revolutionären, aber vielschichtig konstruierten Sound. Mit Orchester kamen Mitnahmeffekte aus Klassik, Swing und Latino-Musik hinzu.

Überhaupt das Orchester: Jazz-Saxophon, Mariachi-Trompete, Fiedel-Geige haben solistische Auftritte; auch sonst nutzt die Band die Fähigkeiten der Musiker für weit mehr als wohlfeilen Streicherflausch. Etwa bei „Out of Tune“: „Seid Ihr verstimmt genug?“, fragt Haber, und dann sägt sich das Ensemble durch gewagte Harmonien.

Wer Samu ganz nah sein will, den zieht’s nach einem Dutzend Songs in die Festhallenmitte zur Zweitbühne: „Hurtsville“ und „Unholy Ground“ als Akustik-Set, mit Cello-Verstärkung. Nach „Fairytale Gone Bad“ geht die Band ab, liefert ihren Hit „Hollywood Hills“ als Zugabe und dreht die Konservenmusik auf. Ein bisschen zu routiniert, ein bisschen zu wenig Rock’n’Roll. Apropos, hier ein Hinweis für die Mädchen zwischen fünf (!) und 15 im Publikum: Nein, es ist nicht normal, dass bei mindestens tanzbarer und teils ordentlich rockender Musik Stühle im Saal stehen. Es ist auch völlig sinnlos, weil niemand sitzt, außer in den allerstillsten Leuchtstabwinkemomenten.

Über die Show wird die gar nicht üble Vorgruppe rasch vergessen. Niila, ein Kumpel von Haber, spielt Gute-Laune-Hüpfmusik, unterstützt von originellem Saxophongebrauch. Im Oktober gastiert er in der Batschkapp.

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