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Trail of Dead: Das Gesetz der inneren Notwendigkeit

Trail of Dead bestätigen live im Frankfurter Mousonturm den starken Eindruck ihres jüngsten Albums. Von Stefan Michalzik

Wer in den neunziger Jahren noch etwas auf eine Zukunft der Rockmusik gegeben hätte, wäre milde belächelt worden. Seit der Jahrtausendwende aber katapultierten die The-Bands den Rock zurück auf die Bildfläche und trieben ihr zeitgenössisches Spiel mit dem Formenfundus des Vergangenen. ... And You Will Know Us By The Trail Of Dead, die schon 1998 ihr gleichnamiges Debütalbum herausgebracht haben, klangen zunächst zwar auch wüst und ungeschlacht. Mit den Retrorockern indes hatten sie von Anfang an nichts gemein.

Das Konzert von Trail of Dead im Frankfurter Mousonturm eröffnet Gringo Star, das grandiose, aus Atlanta, Georgia stammende Quartett: Eine stürmische Jung-Band, die Beatles-Vokalharmonien über schroffe Gitarren legt und über die womöglich binnen zwei Jahren jeder sprechen wird.

Anschließend bestätigen Trail of Dead den starken Eindruck ihrer jüngsten CD, "The Century of Self", vollauf. Der schwächere Zuschnitt der beiden vorangegangenen Alben mag dem Erwartungsdruck nach "Source Tags & Codes" (2002) zuzuschreiben sein.

Die 1993 in Austin, Texas gegründete Band um den Sänger und Gitarristen Conrad Keely und den mitunter in die gleiche Position wechselnden Schlagzeuger Jason Reece verficht einen konzeptionellen Ansatz. In den Texten geht es um letzte Dinge, eingebunden in Bilder aus der Bibel und in metaphysische Zusammenhänge. "The Century of Self" ist zwar kein Konzeptalbum im engeren Sinne, doch taucht das Motiv Endlichkeit in mehreren Songs auf. Bei Trail of Dead ist alles eine Nummer größer. Es geht um ein Vorantreiben des Genres Rock. Um eine Zukunft, die natürlich immer einen Anknüpfungspunkt in der Vergangenheit haben wird.

Der Pose nicht abgeneigt

Trail of Dead, in Sextettstärke antretend und der einen oder anderen Poserei nicht abgeneigt, ist es gelungen, ihre eigenständige Position im einst gescholtenen Progrock weiter auszudifferenzieren. Das charakteristische doppelt besetzte Schlagzeug, sich hoch auftürmende Gitarrenwände, monströse Riffs: Prätention ist der Band nicht fremd.

Als Pate leuchtet, besonders in den Songs und im Gesang von Jason Reece, der Metal durch. Im Bombast zu ersticken aber drohen Trail of Dead in keinem Augenblick. Diese Musik scheint sich selbst zu genügen und mehr denn je einzig das Gesetz einer inneren Notwendigkeit zu kennen. Solche Rockmusik dürfte weiterhin eine Zukunft haben.

Autor:  STEFAN MICHALZIK
Datum:  15 | 5 | 2009
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