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01. Januar 2013

Wiener Philharmoniker: Neues beim Neujahrskonzert

Franz Welser-Möst dirigierte das Nejahrs-Konzert 2013 der Wiener Philharmoniker. Foto: dpa/Neubauer

Beim traditionellen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker dominiert seit jeher die Musik der Strauß-Dynastie. Dirigent Franz Welser-Möst wagt sich bei seinem zweiten Einsatz auf musikalisches Neuland - mit Erfolg.

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Wien –  

"Prosit Neujahr“ aus Wien: Mit dem wohl bekanntesten musikalischen Orchester-Ruf haben die Wiener Philharmoniker am Dienstag das neue Jahr für Millionen Fernsehzuschauer rund um den Globus eingeläutet. Mit einem schwungvollen Musikreigen der Strauß-Dynastie und Kompositionen von Wagner und Verdi umrahmt von einem Blumenmeer wurde das Neujahrskonzert seinem Ruf wieder gerecht. Am Pult im Großen Saal des Wiener Musikvereins stand zum zweiten Mal der Österreicher Franz Welser-Möst, der ein seriös bis heiteres Programm souverän zum Besten gab.

Elf Premieren

„Ich kann jetzt besser mit der Situation umgehen. Eine Erfahrung ist eine Erfahrung“, zeigte sich Welser-Möst vor seinem zweiten Einsatz nach 2011 beim Neujahrskonzert in einem ORF-Interview locker. So wagte sich der Maestro auch an einige unbekannte Werke. Bei der 73. Auflage des Konzertes standen nämlich gleich elf Premieren auf dem Programm. Der Walzer „Aus den Bergen“ von Johann Strauß Sohn oder das Spätwerk „Hesperusbahnen“ von Josef Strauß waren noch nie bei der traditionsreichen Aufführung zu hören. „Ich bin ein neugieriger Mensch“, erklärte Welser-Möst bei der Programmpräsentation seine Auswahl.

Neben den gewohnt bunten, beschwingten Reigen aus Walzer, Polka und Galopp der Strauß-Familie wurde erstmals auch den Jahresjubilaren Giuseppe Verdi und Richard Wagner Platz eingeräumt. Die beiden Meister feiern 2013 ihren 200. Geburtstag und waren mit dem Prestissimo aus „Don Carlo“ und dem Vorspiel zum dritten Akt aus der Oper „Lohengrin“ vertreten. Die Familie Strauß habe ein enges Verhältnis mit Wagner gepflegt, und auch Verdi habe eine wichtige Rolle für sie gespielt: „Da gibt es Werke, in denen es von Verdi nur so wimmelt“, sagte Welser-Möst in Interviews.

Riesiger Andrang im Internet

Die Internetseite der Musiker konnte dem Ansturm aus aller Welt kaum standhalten: Der digitale Auftritt der Philharmoniker ist noch bis zum 2. Januar wegen der vielen Besucher nur eingeschränkt nutzbar. Im Fernsehen wurde das etwa zweieinhalb Stunden lange Konzert in diesem Jahr in 81 Länder weltweit übertragen und erreichte damit geschätzt 70 Millionen Menschen.
Im Saal erlebten internationale Gäste auf den heiß begehrten Plätzen das Konzert. Neben Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer klatschte auch die mittlerweile 90-jährige Urenkelin von Josef Strauß, Hedwig Aigner-Strauß, zum Radetzky-Marsch und lauschte dem Donauwalzer.
Den Beginn des musikalischen Reigens machte „Die Soubrette“ von Josef Strauß. Damit flocht Welser-Möst auch eigene familiäre Bezüge ein: 1861 war die Polka von einem seiner Vorfahren im Wiener Casino Dommayer uraufgeführt worden.

30.000 Blumen schmücken Saal

Der Saal war geschmückt mit 30.000 Blüten in Rosa und Lila. Eingespielt wurden Einlagen des Wiener Staatsopernballetts, die ins sommerliche Schloss Hof in Niederösterreich führten. Die Galoppin-Polka von Josef Strauß interpretierten die Tänzer des Wiener Staatsballetts ausgelassen in bunten Kostümen, während der Walzer von Johann Strauß Sohn „Wo die Zitronen blüh'n“ ganz in weiß gehalten romantisch aufgeführt wurde. Für die Choreographie war der Brite Ashley Page verantwortlich.

Am Ende der offiziellen Aufführung zeigte sich Welser-Möst von seiner humoristischen Seite: Bei „Erinnerung an Ernst“ von Johann Strauß Vater verschenkte er nicht nur Stofftiere und einen Wikingerhelm an Orchestermusiker, sondern dirigierte selbst mit einer Kochmütze auf dem Kopf und einem Kochlöffel in der Hand die letzten Takte.

Barenboim dirigiert im kommenden Jahr

Im kommenden Jahr wird Daniel Barenboim beim Neujahrskonzert am Pult stehen. Der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper wird zum zweiten Mal das philharmonische Jahr einläuten. Das Orchester würdige damit Barenboims „weltweit beachtetes, von hohem persönlichen Mut getragenes Bemühen, Brücken zu bauen und scheinbar Unversöhnliches zu versöhnen“, wie es auf der Internetseite der Philharmoniker hieß.

Weiterer Anlass sei das „25-Jahr-Jubiläum“ der Zusammenarbeit mit dem Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Barenboim (70) hatte erstmals 2009 beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker am Pult gestanden. Sein West-Eastern Divan Orchestra mit jungen Musikern aus Israel und den arabischen Staaten ist zum weltweiten Symbol für die Bemühungen um die Aussöhnung im Nahost-Konflikt geworden. (dpa)

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