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Musik

25. Januar 2016

Wiener Symphoniker in der Alten Oper : Ein Abend in der ersten Klasse

 Von Bernhard Uske
Hilary Hahn im vergangenen Jahr, als sie einen Kammermusik-Grammy bekam.  Foto: rtr

Die Wiener Symphoniker mit Hilary Hahn und unter dem jungen Dirigenten Lahav Shani.

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Zehn Jahre trennen Lahav Shani und Hilary Hahn – den Dirigenten und die Solistin, die gemeinsam mit den Wiener Symphonikern in der Alten Oper Frankfurt auftraten: Die US-amerikanische Geigerin ist gerade einmal 36 Jahre alt, der israelische Orchesterleiter ganze 26. Zwei junge Leute also, die Werke zweier schon etwas älterer Herren spielten, die ebenfalls zehn Jahre auseinander waren. Beide schufen aber zwischen ihrem 40. und 50. Lebensjahr jene Werke, die jetzt im Pro- Arte-Konzert erklangen.

So griffig seine Themen, so turbulent sein Finale auch sind: Man hört das 1892 entstandene Violinkonzert a-Moll op. 53 von Antonín Dvorák erstaunlicherweise höchst selten. Es ist eine dankbare Aufgabe für jeden Solisten, der gewissermaßen auf dem Präsentierteller des Orchestertuttis steht, von diesem bestens beleuchtet und klangräumlich gerahmt.

Im Gegensatz zum Dvorák-Konzert hört man Sinfonien von Johannes Brahms seit geraumer Zeit alle Nas’ lang, und eigentlich wäre zum x-ten Mal auch in Frankfurt die 2. Sinfonie dran gewesen – wenn nicht Philippe Jordan, der Chefdirigent der Wiener Symphoniker, krankheitshalber hätte absagen müssen. Der einspringende Shani hatte stattdessen die 4. Sinfonie parat. So konnte man die im Vergleich zur zweiten noch nicht ganz so abgespielte letzte Sinfonie des gebürtigen Hamburgers, die 1885 in Meiningen uraufgeführt wurde, erleben. Sie kam auf eine enorm klangsatte, höchst präzise, in den extravertierten Passagen fast aggressiv-auftrumpfende Weise daher. In dem ruhigen zweiten Satz dafür mit einer trefflichen Profilierung romantischer Ausdrücklichkeit, die nicht nur Robert Schumann, sondern auch Richard Wagner gleichsam miterklingen ließ.

Blendend war das Orchester, dem Shani von der Saison 2017/18 an als ständiger Gastdirigent zur Verfügung stehen wird. Sehr straffe und sprungbereite Streicher sowie markante Bläser bestimmten gleich zu Beginn des Abends den Klangeindruck. Dvoráks Konzertouvertüre „Karneval“ wurde zwar ein wenig lärmig mit zu wenig Differenzierung in den Timbres und bei der wunderbaren Verhaltenheit des Mittelteils gegeben. Aber es war gleich klar: hier spielt ein erstklassiger Klangkörper.

Hilary Hahn präsentierte im Violinkonzert ihren Part sehr ausgewogen und idiomatisch gebändigt. Musikantische Virulenz, tänzerische und bukolische Spitzen, auch von Seiten der Tutti-Führung, unterblieben. Insgesamt eine Aufführung der Marke „edel-virtuos“.

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