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Woodentops im Frankfurter Mousonturm: Hypnobeat für Dickköpfe

Ein Trommelwirbel, zwei Gitarrenakkorde, drei Liedzeilen - da ist der Hypnobeat. So wie die Woodentops ihren jagenden Rhythmus in den 80er Jahren nannten, klingt er heute noch im Frankfurter Mousonturm. Von Thomas Stillbauer

The Woodentops: Die Fast-Weltstars sind wieder da.
The Woodentops: Die Fast-Weltstars sind wieder da.
Foto: The Woodentops

Ein Trommelwirbel, zwei Akkorde auf der Gitarre, drei Textzeilen - da ist er ja wieder: der Hypnobeat. So haben die Woodentops aus England ihren jagenden Rhythmus in den 80er Jahren genannt, so klingt das Auftaktstück "Get It On" auch heute noch im Frankfurter Mousonturm, geahnte 23 Jahre nach der triumphalen Erstpräsentation in diesem Städtchen. Und Rolo McGinty hat uns nicht vergessen. Der Auftritt damals in der Batschkapp, sagt er: "Das war vielleicht unser bestes Konzert überhaupt."

Es ist eine dieser beispielhaften Band-Geschichten, die nicht ganz im Weltstar-Modus gipfelten, aber durchaus dort hätten ankommen können. Einer der Gründe dafür, dass es immer noch junge Combos versuchen, obwohl sie wissen: Das kann eigentlich nichts werden mit dem Leben von der eigenen Musik, aber weißte was - wir machen´s trotzdem. Heute mit anderen technischen Mitteln als damals, aber mit demselben Dickkopf.

Die Woodentops waren der Hype im feiernden Londoner Süden. Sie kannten die coolen Leute, bald spielten sie in den angesagten Clubs, plötzlich standen sie mit Nick Cave auf der Bühne und mit den Einstürzenden Neubauten. Ihr Hit "Move Me" rockte überall die Partys, Ibiza ravete zu "Why", und der legendäre New Yorker Sender Kiss FM NYC spielte ihr "Tainted World", und zwar "gnadenlos", wie sie sich heute dankbar erinnern.

Andererseits war´s das dann auch. Dreieinhalb Alben, einige Zwölf-Inches - vorbei. Die Konzertvorschauen stellen die Woodentops der 80er auf eine Stufe mit The Smiths; dem Publikum war das damals nicht wirklich klar. Folglich treffen sich beim Wiedersehen-Konzert im gemütlichen Mousonturm auch gerade so viele Leute, dass alle mit schlenkernden Armen zum treibenden Hypnobeat tanzen können.

Auf der Bühne steht fast die Urbesetzung von einst, mit ähnlichen Frisuren, nur aus weniger Haaren hergestellt. Von hinten hämmern die Hängetoms, vorn sirrt Rolo McGintys Rhythmusgitarre wie ein Insekt darüber, unten drückt der Bass von Frank de Freitas, Bruder des früh verunglückten Schlagzeugers von Echo & The Bunnymen. Das Ganze klingt ein bisschen smithiger als einst und very british.

So richtig gelenkig geht zwar anders; als Rolo entfesselt ins Publikum hüpft, muss ihm ein Fan mit dem störrischen Gitarrenkabel Leine geben. Gerade deshalb macht es aber großen Spaß. Und wer weiß - vielleicht war es ja das neue beste Woodentops-Konzert ever. Oder halt am heutigen Mittwoch im Hamburger Knust. Oder Donnerstag im Lido zu Berlin.

Autor:  Thomas Stillbauer
Datum:  24 | 2 | 2010
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