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Musik

12. Januar 2011

Zum Tode Klauspeter Seibels: Unmissverständlich freundlich

Klauspeter Seibel war GMD an der Oper Frankfurt.  Foto: privat

Er war verbindlich und unmissverständlich freundlich: Klauspeter Seibel, ehemaliger Generalmusikdirektor an der Oper Frankfurt, verstand es die Verhältnisse im Griff zu behalten und zu gestalten, ohne sich selbst zu irgend jemandes Gegner zu machen. Nun ist er im Alter von 74 Jahren gestorben.

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Klauspeter Seibel kannte die Oper Frankfurt schon, als er 1997, unter der Intendanz Martin Steinhoffs, als Generalmusikdirektor an das Haus kam. Sylvain Cambreling hatte Frankfurt verlassen, die Oper erschien vielen als Scherbenhaufen mit schlechten Aussichten. Es war eine hoch angespannte Situation, in die Seibel geriet. Aber mit seiner verbindlichen, unmissverständlichen Freundlichkeit gelang es ihm, die aufgeregten Verhältnisse im Griff zu behalten und zu gestalten, ohne sich selbst zu irgend jemandes Gegner zu machen. Das gehörte, musikalisch wie persönlich, sicher nicht zu den leichtesten Aufgaben, denen er sich im Laufe seiner Karriere gestellt hat.

Klauspeter Seibel, geboren 1936 in Offenbach, studierte Dirigieren, Klavier und Komposition in Nürnberg und München. Er ging 1957 als Kapellmeister ans Münchner Gärtnerplatztheater, 1963 in gleicher Position nach Freiburg, ab 1965 als Erster Kapellmeister nach Lübeck und dann über Kassel nach Frankfurt, bevor er 1975 Generalmusikdirektor in Freiburg wurde. 1978 wurde er Stellvertreter Christoph von Dohnányis an der Hamburgischen Staatsoper und übernahm die Dirigentenklasse an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Viele seiner Schüler finden sich heute in leitenden Positionen des deutschen und internationalen Musiklebens. Er leitete die Nürnberger Symphoniker 1980-1988 und wurde 1987 Generalmusikdirektor der Kieler Bühnen.

Bevor er 1997 zum zweiten Mal nach Frankfurt kam, hatte er, anknüpfend an eine schon länger bestehende Verbindung zu amerikanischer Musik und amerikanischen Orchestern, die Position des Music Director beim Louisiana Philharmonic Orchestra in New Orleans inne, die er beibehielt. Nach neun Spielzeiten blieb er diesem Orchester bis zu seinem Tode als Erster Gastdirigent verbunden. In Hamburg war er Präsident der Gustav Mahler Vereinigung. Klauspeter Seibel ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am vergangenen Samstag nach langer Krankheit gestorben. ( H.L.)

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