Der Narwal ist ein einmaliges Wesen. Denn viele männliche Tiere besitzen einen bis zu drei Meter langen Stoßzahn, der beim Auftauchen weit aus dem Wasser ragt. „Einhorn auf See“ werden die seltenen Tiere daher auch genannt. Den schraubenförmigen Stoßzähnen wird seit Jahrhunderten eine geradezu mythische Bedeutung beigemessen.
Und auch heute noch ist das See-Einhorn ein begehrtes Objekt für Trophäenjäger aus aller Welt, die bis zu 10.000 Dollar für ein Exemplar bezahlen.
Der hohe Wert des Elfenbeins ruft seit jeher auch kriminelle Schmuggler auf den Plan, vor allem in Nordamerika. Nach Jahren akribischer Ermittlungen ist den Behörden dort jetzt erneut ein Schlag gegen einen internationalen Schmugglerring gelungen. Vier Personen aus Kanada und den USA sollen über sieben Jahre hinweg Narwalzähne illegal über die US-kanadische Grenze transportiert haben. Über den Wert des Schmuggelgutes machten die Ermittler zunächst keine konkreten Angaben, er dürfte jedoch in die Hunderttausende gehen.
Männliche Narwale tragen am Kopf einen langen Stoßzahn - deswegen gelten sie als Einhörner der See. Sie werden vier bis fünf Meter lang, der Stoßzahn kann noch einmal bis zu drei Meter lang werden.
Foto: wikicommons National Institute of Standards and Technology Gllenn Williams / imagoInternational ist der Handel mit Narwalzähnen und den daraus gewonnenen Produkten größtenteils verboten. Narwale gelten als gefährdet und werden vom Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt.
In den Polarmeeren leben schätzungsweise nur noch 60.000 Tiere, die Hälfte davon vor den Küsten Kanadas. In der Arktis dagegen ist die Jagd nach Narwalen in beschränktem Umfang erlaubt.
Derzeit dürfen die Inuit in Kanada jedes Jahr rund 700 Tiere jagen, die Quote soll bald auf 1.200 steigen. Für die Ureinwohner sind die Wale bis heute eine wichtige Nahrungs- und Einkommensquelle. Sie verwenden die Zähne der Narwale oft für prächtige Schnitzkunstwerke oder verkaufen sie direkt an Sammler. Auf diesem Weg sind offenbar auch die Schmuggler an die heikle Ware gelangt.
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