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Natur

10. Januar 2013

Biologie: Gefangene Hyänen werden nicht dümmer

 Von Joachim Czichos
Hyäne mit Jungtier im Ngorongoro-Krater-Nationalpark in Tansania (Archivbild). Foto: dpa

Wer in Gefangenschaft lebt wird einfallsreicher beim Auspacken von Nahrung in widerspenstigen Behältnissen.

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Das Leben in Gefangenschaft macht Hyänen nicht dümmer. Das haben amerikanische Biologen jetzt nachgewiesen. Die Tiere in einem Freigehege stellten sich wesentlich geschickter an als ihre wild lebenden Artgenossen, wenn es darum ging, an Nahrung in einer verschlossenen Kiste zu gelangen. Die wahrscheinliche Ursache: Hyänen, die in der Obhut des Menschen leben, sind Neuem gegenüber aufgeschlossener und weniger ängstlich, schreiben die Forscher im Fachblatt „Animal Behaviour“. Will man die Fähigkeit eines Tieres zur Problemlösung ermitteln, sollte man sich also nicht nur auf Experimente mit Labor- oder Zootieren verlassen. 

„Zwischen dem Verhalten von Tieren in Gefangenschaft und in der Natur können große Unterschiede bestehen“, sagt Sarah Benson-Amram von der Michigan State University in East Lansing. Das bestätigten ihre Beobachtungen von Tüpfelhyänen, denen sie die Aufgabe stellte, eine Metallkiste zu öffnen. Diese enthielt ein Stück rohes Fleisch, das die Tiere riechen und zwischen Gitterstäben hindurch sehen konnten. Um an die Beute zu kommen, mussten sie den Riegel eines Türverschlusses zur Seite schieben. Getestet wurden zum einen wildlebende Tiere aus zwei Rudeln in einem kenianischen Nationalpark, zum anderen 26 Tiere einer Forschungsstation der University of California in Berkeley.

Alle Hyänen versuchten auf ähnliche Weise nach dem Prinzip von Versuch-und-Irrtum das Problem zu lösen. Beim ersten Versuch erreichten aber nur drei Prozent der wild lebenden Tiere ihr Ziel, von den anderen waren es 74 Prozent. Die in Gefangenschaft lebenden Hyänen zeigten sich einfallsreicher und hartnäckiger bei ihren Lösungsversuchen. Vor allem aber hatten sie weniger Scheu vor dem unbekannten Gegenstand. Sie näherten sich der Kiste fast hundertmal schneller als die vorsichtigeren Wildtiere.

 

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