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Dekoration: Laubenvögel sind Illusionskünstler

Imponierende Dekoration: Die Männchen der Laubenvögel sind im Vergleich zu anderen Vogelmännern regelrecht blass. Kompensation ist alles, daher werden die Tiere in der Balz mit Dekorationen aus hellen Gegenständen kreativ, um so ein Weibchen zu erorbern.

Laubenvögel sind Illusionskünstler: Steine, Knochen und Schalen vor ihrer Laube legen sie so, dass es aussieht, als wären alle Gegenstände gleich groß. Foto: L.A.Kelley
Laubenvögel sind Illusionskünstler: Steine, Knochen und Schalen vor ihrer Laube legen sie so, dass es aussieht, als wären alle Gegenstände gleich groß. Foto: L.A.Kelley

Washington. Für ihre imposanten Gänge aus Zweigen machen sich Laubenvögel eine optische Täuschung zunutze. Sie platzieren größere Steine, Knochen und Schalen weiter vom Eingang ihrer «Laube» weg, kleinere näher davor, berichten australische Forscher im Fachjournal «Science».

Da weiter entfernte Objekte kleiner erscheinen, entstehe so von der Laube aus der Eindruck, alle gesammelten Objekte seien nahezu gleich groß.

Die in Australien und Neuseeland lebenden Laubenvögel haben ein raffiniertes Ritual entwickelt, um der Damenwelt zu imponieren: Sie bauen aus Zweigen einen Laubengang und dekorieren ihn mit einem Sammelsurium heller Objekte. Von dem Gebilde angelockten Weibchen präsentieren die Männchen leuchtend bunte Objekte - Früchte zum Beispiel. Die Tiere selbst sind unscheinbar - und so besser vor Feinden geschützt als Männchen anderer Arten, die mit auffälligem Prachtgefieder Weibchen locken.

Der dekorative Eingangsbereich aus hellgrauen Sammelstücken wirke so zwar insgesamt kleiner, schreiben die Forscher, durch die helle Färbung aber auch intensiver. Für die angelockten Weibchen, die den Laubengang betreten, entstehe eine sogenannte erzwungene Perspektive, schreiben Laura Kelley und John Endler von der australischen Deakin University in Melbourne.

Die beiden Wissenschaftler hatten den Paarungserfolg von Graulaubenvögeln (Ptilonorhynchus nuchalis) untersucht. Ihr Ergebnis: Je besser den Männchen die optische Illusion gleich großer Objekte gelang, desto größer war ihr Erfolg bei den Weibchen. Eine Rolle spiele dabei auch der Blickwinkel des Weibchens aus dem Laubengang, schreiben die Forscher. Zudem könnten individuelle Vorlieben entscheidend sein.

Warum gerade die optische Täuschung eine entscheidende Rolle beim Paarungserfolg spiele, sei noch unklar. Eine mögliche Erklärung sei, dass die hell gefärbten Objekte länger die Aufmerksamkeit der Weibchen fesseln, je mehr sie sich in Farbe und scheinbarer Größe ähneln. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch andere Spezies das Prinzip visueller Illusionen bei ihrem Paarungsverhalten ausnutzen. (dpa)

Datum:  20 | 1 | 2012
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